Go to content Go to navigation Go to search

Sanfte Ruhe im Gemüsebett

30.12.2007 vonFranz

Das Christkind hat es gut mit mir gemeint und gleich mehrere Kochbücher, die auf meinem Wunschzettel standen, auf meinen Küchentisch gelegt. War wohl nicht ganz uneigennützig vom Christkind … Jedenfalls sind damit die ersten Frühlingsboten aus Italien bei uns schon eingetroffen.

Die schönen Regionen-Kochbücher der Duttenhofers gibt es bekanntlich seit einiger Zeit in der preisgünstigen “Volksausgabe”. Im Grunde sind sie alle lesenswert. Natürlich sind sie 10 bis 12 Jahre nach dem Ersterscheinen nicht mehr hochaktuell, dennoch: es macht Spaß darin zu blättern, man wird – anders als durch manche Kochshow – nicht dümmer, und die guten Reportagefotos von Martina Meuth sind ein Augenschmaus.

Eben habe ich festgestellt, dass auf lamiacucinas Website der Schnee in kleinen Flocken fällt. Dem möchte ich etwas strahlende Sonne hinzufügen mit meinem Pesce scorpione marino in giardino. Das klingt toll, ist dem Rombo in giardino aus dem Ligurien-Band entlehnt und heißt übersetzt: Rotbarsch im Garten, hier im Paprika- und Tomatengarten, um genau zu sein. Nicht so genau genommen habe ich es beim Nachkochen mit der Wahl des Fischfilets. Rombo ist Steinbutt und war in der Mini-Version bei meinem Fischhändler für EURO 38,50 per Kilo Komplettfisch zu haben. Das musste nicht sein, weil zugleich wunderschöne Rotbarschfilets im Angebot waren für etwa den halben Preis fürs Filet. Rotbarsch kennt man in Italien zwar kaum, das macht aber nix. Schlimmer ist, dass Rotbarsch, wie auch Kabeljau und so ziemlich jeder andere bei uns bekannte Wildfisch, beinahe hoffnungslos überfischt sind – jetzt habe ich also auch noch ein bisschen schlechtes Gewissen. Ich muss es ertragen.

Im Originalrezept werden die Gemüse roh mariniert und kalt zum Fisch gegeben. Ich habe mich für eine gewärmte (siehe lamiacucina!) Variante entschieden. Eigentlich ist alles italienisch einfach und genial:


Für 2 Portionen wird eine Fleischtomate gehäutet, entkernt und in kleine Würfel geschnitten. Je eine halbe rote und gelbe Paprikaschote wird mit dem Sparschäler enthäutet (das geht sehr gut), entkernt und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten. Ein halbe weiße Zwiebel oder 1-2 Schalotten werden geschält und feinst gewürfelt, dito eine Knoblauchzehe.

Pro Person etwa 200 g Fischfilets werden nun mit wenig Puderzucker und griffigem Mehl (z.B. Mehldunst) hauchdünn bestäubt und in Olivenöl gebraten, bis beide Seiten leicht gebräunt sind. Dann den Fisch zum Nachziehen auf einem vorgewärmten Teller warm halten.

Jetzt kommen die Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen in das Bratfett und werden kurz angeschwitzt. Eventuell muss etwas Wein angegossen werden, damit die Zwiebel nicht bräunt, sondern nur glasig wird. Dann kommen die Paprikawürfel dazu, wenig später die Tomaten. Gewürzt wird mit ein paar Spritzern Weißweinessig, grobem Meersalz, geschrotetem schwarzen Pfeffer und vielleicht einer Spur Cayenne oder Piment d’Espelette. Ganz am Schluss einen Stich kalte Butter und eine Handvoll Basilikumblätter einschwenken, auf Teller verteilen, den Fisch salzen, auflegen und etwas Gemüseflüssigkeit oder Olivenöl darüberträufeln.

Köstlich? – Unbeschreiblich.

… Home …

Related Posts with Thumbnails


4 Responses to “Sanfte Ruhe im Gemüsebett”

  1. Bolli sagte:

    Lecker! Mit oder ohne Schneefall.
    Hast Du jetzt alle von Meuth? Sind einfach genial, ich lese da gerne drin und mache auch recht viel daraus. Bin gespannt, was Du daraus jetzt kochst!!! Freue mich schon!

    Adria, das neueste, ist auch ganz toll! Mit tollen Fischrezepten, aber, na ja, bei Euren Preisen für Fisch…..

  2. Sivie sagte:

    Das Bild sieht sehr appetitlich aus. Können Kochbücher unaktuell (schreckliches Wort) werden?

  3. Franz sagte:

    @Bolli: Ich habe noch längst nicht alle Bücher der Duttenhofers, kann mich also noch auf weitere freuen, obwohl in den alten noch so viele Rezepte stecken, die ich ausprobieren muss.

    @Sivie: Die Duttenhofers haben eine Reihe Regionen-Kochbücher herausgegeben ( so auch “Ligurien”), in denen sie auch Land und Leute vorstellen und nicht nur Speisen und Rezepte. Hinweise zu bestimmten Hotels und Gasthäusern können da schonmal von der Zeit überholt sein. Dennoch, das Schmökern in den Büchern macht eine Menge Spaß – siehe auch Bollis Kommentar.

  4. lamiacucina sagte:

    einfach, genial & köstlich, wie Du schon sagtest.

Diesen Beitrag kommentieren