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Teeei

12.03.2008 vonFranz

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, mal wieder pikante Eiereien einzulegen. Jetzt, zu Ostern, muss es nun wirklich sein.Hier also ein paar Rezepte für drei, vier unterschiedliche Ei-Marinaden.

Das Solei, sagt man, wurde in Halle an der Saale erfunden. Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs haben dort die Salzsieder, auch „Halloren“ genannt, Eier für den Eigenverzehr zum Garen in die Salzsole gehängt und später daraus mit dem Verkauf ihrer Soleier ein lukratives Geschäft gemacht.

In den 60er Jahren gab es auch hier im Rheinland in vielen Kneipen große Gläser mit Eiern in Salzlake auf den Tresen. Heute findet man diesen traditionellen Kneipen-Snack verbreitet noch im Berliner Raum.


Einfache Soleier macht man so:

Eier in reichlich Salzwasser hart kochen. Sollten sie aus dem Kühlschrank kommen dauert das 9 Minuten, wenn man sie in bereits kochendes Wasser legt. Ein halber Esslöffel Salz im Kochwasser verhindert, dass die Eier beim Kochen aufplatzen. Natürlich sollten sie auch vor dem Kochen mit einem Piekser an der Unterseite, da wo die Luftblase sitzt, angestochen sein.

Manche kochen vorher Zwiebelschalen im Kochwasser aus, damit die Eier eine schöne rotgelbe Färbung bekommen.

Nach dem Kochen werden sie mit kaltem Wasser gut abgeschreckt und kühlen etwas ab. Dann rollt man sie auf einer harten Oberfläche, damit die Schale ringsum feine Risse bekommt, damit die Gewürze der Einlegflüssigkeit ins Innere des Eis ziehen können.

Für die Sole werden 2 EL Salz auf 1 l Wasser aufgekocht und abgekühlt auf die in einem Glas geschichteten Eier geschüttet. Das Ganze muss dann mindestens 3 Tage durchziehen.

Verzehrt werden Soleier meist so: Das Ei wird geschält und längs halbiert, der Dotter herausgenommen, in die entstandene Mulde etwas Öl, Essig und Pfeffer gegeben, der Dotter wieder daraufgesetzt, etwas Senf dazugegeben und das halbe Ei mit einem Bissen verzehrt. Manche verrühren auch den Dotter mit den Gewürzen und streichen ihn dann wieder in die Eiweißhälften.

Hier eine Version mit gewürzter Salzsole
(Posting Stefan Exner,1993)

12 Eier
3 Zwiebeln
1 1/2 Ltr. Wasser
150 Gramm Salz
2 Lorbeerblätter
10 Gewürzkörner; Piment
3 Wacholderbeeren
1 Teel. Kümmel; gehackt
15 Gramm Getrocknete Dilldolden
oder
1 Zweig Thymian

Das Wasser mit den Gewürzen (die Gewürzkörner und Wacholderbeeren zerdrücken) und der grob geschnittenen Zwiebel 5 Minuten gut durchkochen und erkalten lassen.

Die Eier zusammen mit einer ungeschälten, gut gewaschenen Zwiebel zehn Minuten hart kochen, abschrecken und die Schalen leicht anknicken.

Das Ganze wird in ein große Glass geschichtet und mit der erkalteten Sole übergossen. Nun muss es noch etwa drei Tage gut durchziehen.


Eine köstliche Ei-Marinade sind
Chinesische Teeeier

6 Eier
5 EL Sojasauce
2 TL Salz
2 TL Zucker
1 EL schwarzer Tee
3 Stücke Sternanis
1 Stückchen Zimtstange
1 TL geschroteter schwarzer Pfeffer

Kochwasser mit den Gewürzen aufkochen und die Eier wie oben beschrieben hart kochen, herausnehmen, abschrecken, Schale brüchig rollen. Eier und Kochwasser erkalten lassen, dann die Eier in ein Glas schichten mit der kalten Kochflüssigkeit übergießen und mindesten 4 Tage ziehen lassen.


Hier eine
Essig-Variante mit Senfkörnern

12 Eier
800 ml Wasser
400 ml Essig
4 Teel. Salz
Peperonischoten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehe
4 Lorbeerblaetter
2 Nelke
4 Teel. Senfkoerner
2 Teel. Thymian
2 Teel. Oregano

Wasser, Essig, Salz und Gewürze zum Kochen bringen und die rohen Eier hineingeben, 9 Minuten kochen lassen.

Dann die Schale mit einem Löffel an mehreren Stellen zum Brechen bringen, damit der Sud besser einziehen kann.

Die Eier in ein Gefaess tun, das bei kochender Flüssigkeit nicht zerspringt und den erkalteten Sud in das Gefäß gießen. Deckel locker auflegen, weil durch die chemische Reaktion des Essig mit den Kalkschalen Gas entsteht, das entweichen muss., Gefäß später abdecken oder locker verschließen und vier Tage stehen lassen.

Einfach köstlich sind auch die Sojaeier nach einem Rezept der Duttenhofers:

SOJAEIER
Meuth/Duttenhofer, Kochen für Freunde S. 38

Für 4-6 Personen:

6 Eier,
1/8 l Sojasauce,
1/8 l Hühnerbrühe,
4 EL Sherry,
2 EL Zucker,
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen,
1 Stück Ingwerwurzel (etwa 2 cm)
1 TL Salz

Zum Anrichten:
Kopfsalatblätter, glatte Petersilie oder Koriandergrün

Zubereitung:
Die Eier hart kochen, kurz abschrecken. Inzwischen Sojasauce, Hühnerbrühe und den Sherry zusammen aufkochen. Zucker, fein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Ingwer zufügen und 10 Minuten leise köcheln. Eier pellen und in den heißen Sud legen. Etwa zwei Tage ziehen lassen.

Zum Servieren die Eier in Viertel schneiden, auf mit Salatblättern ausgelegtem Teller hübsch anrichten. Mit etwas Sud beträufeln. Und mit Petersilie oder Korianderblättchen schmücken.


Bei all den köstlichen eingelegten Eiern sollte man dennoch die hübschen bemalten Ostereier im Nest nicht vergessen: ein Schmaus für die Augen – und ausschließlich so genossen zudem noch extrem kaloriensparend. Aber, wer will das schon?

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3 Responses to “Teeei”

  1. Bolli sagte:

    Mir ist vollkommen entgangen, dass bald Ostern ist……

    Du erinnerst mich dran!

    Bis auf die Teeeier würde ich alle essen, die Photos sind genial Franz!

  2. lamiacucina sagte:

    hab ich nur dem Namen nach gekannt, noch nie gesehen, danke für den interessanten Querschnitt. Aus meiner Jugend kenne ich nur das Einlegen ganzer Eier in Wasserglaslauge, was aber nur der Konservierung, nicht der Würzung diente.

  3. schmunzelhasi sagte:

    Teeeier sehen lecker aus und sind auch entsprechend lecker! Probieren, dann urteilen ;-)