Sedani 2.0
12.09.2008 vonFranz

Kein neues Programm für den PC, dennoch eine Art Upgrade: die runderneuerte Version eines italienischen Sellerie-Gerichtes, das ich gepostet habe, als mein foodblog noch ganz jung war – knapp zwei Jahre ist das her.
Auf Bayern3 wird gerade die „Schlemmerreise Toskana“ wiederholt. Zufällig habe ich in die Prato-Folge eingeschaltet, und da waren sie wieder, die gefüllten Selleriestangen mit der Bolognese obendrauf – Sedani alla Pratese.
Wieder bekam ich schlagartig Appetit, erinnerte mich aber, dass damals die Herstellung eine ziemliche Hampelei für mich war, und restlos zufrieden war ich mit dem Ergebnis ebenfalls nicht.
Wer sich (wie ich) laufend und ergiebig mit dem eigenen Bauch und den köstlichen Methoden denselben möglichst genussreich zu füllen beschäftigt, verbessert zwangsläufig seine küchenhandwerklichen Fähigkeiten und entwickelt im Laufe der täglichen Bruzzelei ein kulinarisches Gedächtnis. Schon beim Anblick von Essbarem meint man, dessen Geschmack auf der Zunge zu haben, Kräuter und Aromen warten abrufbereit im Würzgedächtnis und lassen in der Vorstellung neue Kombinationen, Rezepte und Düfte aufleben, virtuelle Gerichte sozusagen. Die sättigen zwar kaum, sorgen aber dennoch für enormen Speichelfluss, jedenfalls bei mir, und vielen Lesern geht es vermutlich nicht anders.
Zur Bolognese ist bereits hier viel gesagt und jeder mag natürlich gern auf sein eigenes, erprobtes Rezept zurückgreifen.
Den Sellerie bereite ich diesmal so zu: die Stangen werden von der Staude getrennt, geputzt, gewaschen, in etwa 5 cm lange Stücke geteilt und in kräftig gesalzenem Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone etwa 5-8 min. sprudelnd blanchiert. Dann werden sie abgeschreckt mit kaltem Wasser, sind vorgegart, aber noch bissfest.

Die abgekühlten und abgetrockneten Selleriestücke wandern jetzt für etwa 20 min. in einen gut verquirlten Teig aus 2 Eiern, 50 g Mehl, 100 ml Milch, dem Saft einer Zitrone, Salz und Pfeffer. Wer mag, gibt noch etwas Chili dazu.

Nachdem die gut mit Teig überzogenen Stücke in Semmelbrösel gewendet wurden, backen sie portionsweise in heißem Öl aus und trocknen etwas auf Küchenpapier ab.

Das Frittieren geht ganz einfach in einem Kochtopf, der etwa 4 cm hoch mit Pflanzenöl gefüllt ist. Taucht man ein Hölzchen in das heiße Fett und kleine Luftblasen steigen daran auf, hat das Öl die richtige Temperatur zum Frittieren. Wenn es sehr stark aufschäumt, ist es verbraucht und muss ersetzt werden. Damit kein Öl überkocht, sollten die Topfwände mindesten 3 mal so hoch sein, wie die Einfüllmenge des Öls.
Die frittierten Bleichselleriestückchen werden mit der Bolgnese und etwas Parmesan serviert.
Wer mag, träufelt noch etwas Zitronensaft übers Gemüse.

Kinderleicht, superlecker. 2.0 – Fortschritt kann so köstlich sein.
- 3 Kommentare »
- Posted inAlltagsküche, Italienische Küche


































amSunday, 14. September 2008 um18:30 Uhr
Gute Sachen darf man ruhig mehrmals bringen!!!!
amSunday, 14. September 2008 um20:09 Uhr
Klingt – wie immer bei dir – einfach köstlich! Zur Version 1 war ich noch gar nicht vorgestoßen, so kann ich mich ja direkt an ‘Sedani 2.0′ halten
amMonday, 15. September 2008 um05:53 Uhr
so gefällt er mir besser als in der alten Version. Ein gelungener upgrade, ohne bugs.