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Gedämpfte Freude

12.03.2010 vonFranz

Dämpfen ist nicht so mein Ding und wenn’s nicht gerade um zartes Gemüse geht, ist die Bratpfanne mein meist genutztes Kochgeschirr.
Bei Fisch ist manchmal alles anders. Besonders für frischen Kabeljau beschreibt Cornelia Poletto eine Art Niedrigtemperatur-Dämpfen, das den zarten Geschmack besonders hervorhebt. Und ringsherum wird beim Kabeljau im Kartoffelsud mit Karamellzwiebeln schließlich auch genug gebraten und geschmort.

Dieses Rezept ist angeregt durch das Kochbuch “alles Poletto” und gerade jetzt, wo es bei uns die flachen italienischen Frühlingszwiebeln zu kaufen gibt, findet man in den langsam geschmorten und karamellisierten Geschmacksbomben eine ideale Beilage.

Weil das Schmoren der Zwiebeln am längsten dauert, fängt man am besten damit gleich an.
Also pro Peron eine flache Zwiebel von den Wurzelhaaren und eventuell welken Häutchen befreien und mit Olivenöl in einer schweren Pfanne langsam auf beiden Seiten langsam braun braten, gut pfeffern und mit stark konzentrierter Hühnerbrühe ablöschen, dass sie zur Hälfte im Sud liegen. Bei etwa 180 Grad C im Ofen weiterschmoren, dabei alle 20 min. wenden und prüfen, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist. Nach knapp 2 Stunden werden sich die Zwiebeln in dunkle Aromapakete verwandelt haben und der Sud ist cremig dick: Zwiebeln und Sud aus der Pfanne nehmen und warmhalten.

Für die Rosmarin-Sudkartoffeln pro Person 3 kleine Kartoffeln schälen und längs vierteln, mit etwas Olivenöl in der Schmorzwiebelpfanne anbraten, dann ebenfalls mit Hühnerbrühe anlöschen. Ein paar Zweige Rosmarin zufügen und so lange schmoren, bis die Kartoffeln gar, aber noch bissfest sind. Ein paar Oliven zufügen und warmstellen.

Den Kabeljau waschen, trockentupfen und in Portionsstücke teilen. Dann die Fischstücke in Frischhaltefolie dicht verpacken und über Wasserdampf ca. 8 – 10 min. garziehen lassen.

Dabei sollte das Wasser unter dem Garsieb nicht brodelnd kochen, sondern nur leicht simmern, damit der Fisch höchstens einer Temperatur von etwa 80 Grad C ausgesetzt ist. Die Garzeit hängt natürlich auch von der Dicke der Fischfilets ab, ein bisschen Fingerspitzengefühl braucht man hierbei schon, um den Fisch perfekt nach eigenem Geschmack hinzukriegen.

Aber geschmacklich wird er bestens sein, besonders wenn er mit Oliven-Fleur de sel gewürzt auf die Teller kommt.
Das kann man fertig kaufen, ist aber ziemlich teuer. Ich habe während die Zwiebeln schmorten einen Teller mit feingeschnittenen schwarzen Olivenstückchen zum Trocknen mit in den Backofen gestellt. Die getrockneten Oliven werden dann 1:1 mit Fleur de sel im Cutter vermischt.
Das hat sehr gut funktioniert, allerdings sollte man etwas weniger des aromatischen Salzes auf die Fischfilets geben, als ich es hier auf dem Foto getan habe.

Und bei einem so leckeren Ergebnis macht Dämpfen richtig Freude.

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Überraschung

12.03.2010 vonFranz

Was wie ein Riesenjoint für feine Zungen daherkommt, sorgt tatsächlich für Staunen, Verzückung und zufriedenes Grinsen …

Die dicke, grüne Rolle, Girelle ai due pesci, hat’s nämlich in sich: Lachs, Wolfsbarsch und Austernpilze. Gehalten wird alles durch Salat, Latuga, auch Römischer genannt.

Das geht so:

Bei 10 – 12 großen Salatblättern die dicke Mittelrippe flach wegschneiden und die Blätter einzeln ganz kurz (4 sec.) in sprudelndem Salzwasser blanchieren, sofort in Eiswasser abkühlen und abtropfen lassen. Jetzt werden die Blätter in einem Handtuch abgetrocknet und die verbliebene Mittelrippe wird nochmals mit einem Klopfer vorsichtig plattiert.

Die Blätter zu einem Quadrat von etwa 30 cm Seitenlänge auf Backpapier gut überlappend auslegen, leicht salzen und pfeffern. Nun mit den flach geschnittenen Fischfilets belegen, zunächst mit frischem Lachs, etwa 400 g, dann mit Wolfsbarsch. Man braucht 2 Fische von je etwa 450 g Gewicht dazu.

Meine Fischhändlerin scheint mich zu hassen, oder warum hat sie mir die Fische ungeschuppt und mit allen Innereien angedreht? Selber schuld, nicht aufgepasst. Dafür bin ich jetzt ziemlich stolz auf mich und zukünftig quasi autark im Fischeverarbeiten.

Zurück zur Girelle: am unteren Rand, der später das Zentrum der Rolle sein wird, kommen mit Knoblauch, Pfeffer und Salz angebratene Austernpilzstreifen auf den Lachs, weiter oben dann der Wolfsbarsch.

Die Salatfläche sollte zu etwa zwei Dritteln belegt sein und wird dann mit Hilfe des Backpapiers wie ein Strudel vorsichtig eng zusammengerollt.

Die Enden gut verschließen und mit Küchengarn in gleichmäßige Segmente binden, zwischen denen man die Roulade in einzelne Röllchen teilt.

Die Schnittflächen werden in aufschäumender Butter je 2 min. angebraten – fertig.
Angerichtet wurde mit jungen Spinatblättchen, die durch Zitronenvinaigrette gezogen waren, darüber nochmals Austernpilzstreifen, wie oben gebraten, diesmal aber richtig kross.

Die Schnittlauchsauce entsteht durch einen halben Becher Creme fraiche und der gleichen Menge eingekochtem Fischsud, den man aus den Barschkarkassen gewinnt. Beides wird in der entfetteten Bratpfanne mit einem Bund Schnittlauch in Röllchen verrührt.

(Grins)

Das Rezept stammt aus der LA CUCINA ITALIANA, Ausgabe 3/09, hier leicht verändert und korrigiert.


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feste feiern

12.03.2010 vonFranz

Feste soll man feiern, man soll sie auch ruhig feste feiern. Das Jubiläum im “Kochtopf” ist so eine Gelegenheit, und wer überlegt, wie man denn wohl “feste” feiert, dem sei dieser Zitronenkuchen mit Ricotta und Pinienkernen empfohlen: damit lässt sich heftig (= feste) feiern. Und deshalb stelle ich ihn noch wacker (= hurtig) aufs Dessertbuffet.

Die Idee für dieses Rezept stammt aus dem Buch “Italienisch kochen – neue Rezepte aus dem River Cafe”. Die Mengenangaben fand ich etwas üppig und bin von der geforderten 24 cm – Kuchenform auf 26 cm ausgewichen, gut so.

Im Originalrezept werden 3 Zitronen abgerieben und mit ihrem ausgepressten Saft für etwa 10 min. zum Ziehen beiseite gestellt.
Eine Springform von 24 cm Durchmesser wird üppig mit weicher Butter ausgestrichen, dann mit Semmelbröseln beschichtet. Auf dem Boden sollten die Brösel etwa einen halben cm hoch eingestreut sein.
600 g Ricotta wird mit 200 g Zucker zu einer glatten Masse gerührt, dann mit dem Quirl oder Schneebesen 4 ganze Eier und 2 Eigelb nacheinander unterrühren. Zum Schluss noch 200 g Creme fraiche, 350g Mascarpone, die Zitronensaft-/Zestenmischung und 2 EL Zitonenessenz oder oder 5-10 Tropfen natürliches Zitronenöl.
Wenn alles schön glatt greührt ist, gießt man die Masse vorsichtig (am besten über einen Kellenrücken) in die Kuchenform, so, dass der Bröselboden schön gleichmässig bleibt.

Obenauf kommen 50 g Pinienkerne und die Form wandert für 45 min. in den auf 150 Grad C vorgeheizten Ofen. Dann abkühlen lassen und aus der Form nehmen.

Irgendwie hatte ich mit einer Tarte gerechnet. Was aus dem Backofen kam war jedoch ein richtiger Kuchen, wie er ja auch im Originalrezept heißt.
Mangels Zitronenaroma hatte ich eine weitere Zitrone (Schale und Saft) zugefügt und war beim Zucker mit 170 g etwas zurückhaltend gewesen.
Gebacken habe ich mit 140 Grad C Umluft etwa 70 min., und wenn ich am Ende besser aufgepasst hätte, hätte er auch nicht die dunklen Flecken auf der Oberfläche bekommen.
Man sollte den Kuchen im ausgeschalteten Ofen mit halb geöffneter Tür langsam abkühlen lassen, weil er nach dem Backen noch ziemlich fragil ist und etwas einsinkt. Nach 2 bis 3 Stunden (oder über Nacht) im Kühlschrank ist er dann verzehrperfekt.

Ein delikates, feines und gar nicht so mächtiges Teil, vielleicht auch, weil ich den Kuchen in 16 statt 12 Stücke mit einem heißen, feuchten Messer geteilt hatte. Der Boden, der ja eigentlich nur aus einer dünnen Lage Semmelbrösel besteht, ist gar nicht so empfindlich und fällt nicht ins Gewicht.

Da der Kuchen in nullkommanichts verputzt war, habe ich tags drauf einen zweiten gebacken, diesmal aber mit Magerquark in der 24 cm-Form:
wieder 4 Eier und 2 Eigelb, 3 Zitronen (Saft und Schale), 250 g Ricotta, 100 g Zucker, 80 g Vanillezucker, 250 g Mascarpone, 200 g Magerquark und 200 g Creme fraiche – und natürlich Butter, Semmelbrösel und Pinienkerne.
Diesesmal habe ich ihn sogar 80 min. bei 140 Grad C Umluft im Ofen gelassen, ich habe ihn abgedeckt, trotzdem wurde er etwas dunkel obenauf – egal.

Durch den Quark schmeckte der Kuchen etwas frischer als Exemplar Nr.1. Wenn ich den ersten mit Creme brulee gleichsetzte, wäre diese Version wie ein guter, selbstgemachter Pudding.

Natürlich musste ich es weiter treiben: zum Apfel-Quarkkuchen auf der Basis des gleichen Rezepts:
700 g Magerquark über Nacht in einem Haarsieb abtropfen lassen, etwa 50 ml Wasser verliert die Menge dabei. Dann wie gehabt 4 Eier und 2 Eigelb unterrühren, 125 g Rohrzucker, 1 Prise Salz (die sollte man beim Backen nie vergessen) und 200g Creme fraiche.
Zusätzlich habe ich eine halbe geriebene Tonkabohne untergerührt.

Das ist ein Gewürz, dessen Geschmack man mit Vanille, Nelke, Zimt, Kardamom und Koriander gleichzeitig beschreiben könnte, sehr eigen, sehr delikat und in alten Zeiten wohl in der Weihnachtsbäckerei üblich. Ich habe in letzter Zeit ein bisschen damit experimentiert und werde demnächst noch ein Fischgericht, das ich damit abgeschmeckt habe, vorstellen.
Zwei Äpfel werden geschält und in schmale Stifte geschnitten. Über die Äpfel kommt der Saft einer ausgepressten Mandarine, so werden sie nicht braun.
Die 24 cm-Form wird wie oben mit Butter und Bröseln vorbereitet. Jetzt wird der Mandarinensaft unter die Quarkmasse gerührt, ein dünner Spiegel vorsichtig auf die Brösel gegossen,

dann die Apfelschnitze daruf verteilt. Schliesslich mit der restlichen Creme auffüllen und eine Handvoll Mandelsplitter auf der Oberfläche verteilen. Wieder bei 140 Grad C umluft für 80 min. in den Ofen, soll er doch braun werden.

Heraus kommt ein kräftiger Apfel/Quarkkuchen, gutes Aroma, sehr erfrischend, ein echter Sommerkuchen und kein feines Dessert wie Nr.1 – aber lecker allemal. Vielleicht stelle ich den im nächsten Jahr auf Jubiläumsbuffet.


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Kartoffel-Schnaps

12.03.2010 vonFranz

Vor einigen Jahren ist dieses Rezept in meiner Sammlung unter “Bewährtes” gelandet. Nicht, weil Schnaps drin ist, sondern weil es ungewöhnlich und gut ist. Ich erinnere mich noch, dass ich beim ersten Nachkochen ziemlich unsicher und gespannt gespannt war. Das Ergebnis war jedoch überzeugend: Grappakartoffeln mit Tomaten-Rucola-Gemüse schmecken mir und meinen Gästen immer wieder sehr gut.
Wenn allerdings Kinder mit am Tisch sitzen oder Leute, die keinen Alkohol mögen: Finger weg vom Schnaps und die Kartoffeln auf andere Art pikant würzen: z. B. mit kleingeschnittenen Oliven.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1
Titel: Grappakartoffeln mit Tomaten-Rucola-Gemüse
Kategorien: Kartoffeln, Vegetarisch, Italien
Menge: 4 Portionen

4      groß. Festkochende Kartoffeln
Olivenöl
30     Gramm  Butter
6      Essl. Grappa
8            Flaschentomaten
250     Gramm  Rucola
50        ml  Gemüsebrühe
Etwas  Kümmel
Salz, Pfeffer
Parmesan
2            Schalotten

Quelle:
Alfredissimo / Sonja Kirchberger
– Erfasst *RK* 13.12.2006 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Die Kartoffeln waschen und mit etwas Kümmel in Alufolie wickeln
(dabei die glänzende Seite nach innen). Im Backofen bei 200 Grad C, je
nach Größe 1 1/2 bis 2 Stunden, garen. Den Rucola waschen, etwas zur
Deko beiseite legen, grobe Stiele entfernen und die Blätter in
Streifen schneiden.   Die Tomaten brühen, in Eiswasser abschrecken,
häuten, vierteln und entkernen.  Die Schalotte schälen und fein
würfeln.

Die Kartoffeln aus dem Rohr nehmen, die Folie entfernen,
Kartoffeln der Länge nach halbieren und mit einem Esslöffel
aushöhlen, dabei beachten, daß die Schale nicht beschädigt wird.
Kartoffelstücke durch die Presse drücken.  Mit etwa 6-8 EL Olivenöl,
20 g Butter und dem Grappa vermengen, dann mit Salz und Pfeffer
würzen.

Die Masse in die ausgehöhlten Kartoffelhälften verteilen und
mit frisch geriebenem Parmesan bestreut bei Oberhitze (oder
Ofengrill) goldbraun backen.

Die Schalotten in 2 EL Olivenöl anschwitzen, die Tomatenfilets, 10 g
Butter und die Gemüsebrühe zugeben.  Bei kleiner Hitze ca. 3 Minuten
dünsten.  Den Rucola dazugeben und kurz mitdünsten, dann mit Salz
und Pfeffer abschmecken.

Das Gemüse mit den überbackenen
Grappakartoffeln anrichten, mit frischen Rucolablättern dekorieren.

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Und weil alles vegetarisch sein sollte, gab’s als Vorspeise

gebratenen Spitzkohl, mit Hühnerbrühe abgelöscht und mit Haselnussöl und gerösteten Pinienkernen serviert.


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