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zum Dahinschmelzen

31.12.2007 vonFranz

Wer seine Seele streicheln möchte, kann das mit Soulfood tun, wie der Name schon sagt. Soulfood sind z.B. die Lieblingsgerichte, die man aus seiner Kindheit kennt und die eigentlich nur die Mutter “richtig” kocht. Für mich waren Nudeln, gleich welcher Form und Couleur, schon immer Soulfood par excellence, obwohl mir meine Mutter in dieser Richtung nichts Geniales hinterlassen hat. Die weichen Nudeln schmeichelt dem Gaumen und triefender Sugo entführt die Phantasie … Ja ja, das kann passieren. Genauso geht es mir inzwischen, wenn ich an die Römischen Griesklößchen denke: Gnocchi alla Romana. Das hat nichts mit Kartoffelgnocchi zu tun und jeder Vergleich mit vorgefertigter Handelsware wäre vollkommen fehl am Platze. Diese hauchzarten Köstlichkeiten muss man selber machen, sehr gut werden sie z.B. auf diese Weise:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Gnocchi alla Romana
Kategorien: Auflauf, Beilage
Menge: 4 Portionen


Zutaten:
750 ml Milch
1/2 Muskatnuss
Salz, Pfeffer
120 g Hartweizengrieß
1 Ei
150 g Parmesan
100 g Büffelmozzarella
80 ml Sahne
Butter
Etwas Olivenöl
Endiviensalat (oder Römersalat)
1/2 Bund Rauke
Weinessig
1-2 EL Pinienkerne, geröstet

Quelle:
frei nach “Das große mediterrane Kochbuch”
– Erfasst *RK* 31.12.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Milch mit einem Viertel geriebener Muskatnuss, einer guten Prise Salz und geschrotetem Pfeffer aufkochen, vom Feuer nehmen und den Hartweizengrieß unter Rühren langsam einrieseln lassen. Ständig weiterrühren und den Grieß etwa 5 min. bei kleiner Flamme köcheln lassen. Darauf achten, dass keine Klümpchen entstehen. Dann den Grieß vom Feuer nehmen und etwa 100 g geriebenen Parmesan unterrühren.

Eine flache Auflaufform mit Folie auslegen. Den warmen Grießbrei einfüllen, dass er etwa 2-3 cm hoch in der Form steht. Die Oberfläche glattstreichen und abkühlen lassen, abdecken und für etwa 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Wenn der Grießfladen fest und kühl ist, die Auflaufform auf ein Brett stürzen, die Folie abziehen und mit einem bemehlten Ausstecher Grießtaler von etwa 4 cm Durchmesser aus dem Grießfladen stechen und nebeneinander in eine geölte Auflaufform setzen.

Sahne über die Grießtaler gießen, restliches Muskat darüberstreuen. Mozzarella fein würfeln, mit dem restlichen Parmesan mischen und ebenfalls über die Grießtaler geben, ein paar Butterflöckchen aufsetzen.

Im vorgeheizten Ofen bei etwa 180 Grad C so lange backen, bis die Oberfläche leicht braun wird, herausnehmen und ein bisschen abkühlen lassen.

Rauke fein hacken und mit kleinen abgezupften Salatblättchen mischen, salzen, pfeffern und ein paar Spritzer Weinessig darübergeben, auf Teller verteilen, zwei bis drei Grießgnocchi darauf setzen und alles mit der Sahneflüssigkeit oder etwas Olivenöl begießen. Ein paar geröstete Pinienkerne aufstreuen und mit etwas Brot oder als Beilage servieren.

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Der Grießteig ist noch relativ dünn, wenn er zum Erkalten und Festigen zur Ruhe kommt. Und richtig schnittfest und robust, wie eine feste Polenta, soll er auch nicht werden. Beim Ausstechen kann man die Förmchen oder Gläser etwas eingeölen und leicht bemehlen, dann funktioniert das eigentlich ganz gut.

Beim Ausbacken sollten die Gnocchi ruhig in Sahne, Käse und Butter versinken. Ihre Form haben sie bei mir dennoch gehalten. Nach dem Backen habe ich sie etwas abkühlen lassen, damit sie sich leichter herausheben lassen. Trotzdem: Vorsicht.

Zwei bis drei Gnocchi alla Romana hatte ich auf dem Salat bereits als Vorgang zu meinem Rotbarsch im Garten serviert. Und die restlichen 7-8 Stück sind für meine Frau und mich heute Abend fällig, ohne Fisch und mit etwas mehr Salat, zur Stärkung und als Grundlage für die kommende Silvesternacht im Theater.

Guten Rutsch, allerseits!

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Sanfte Ruhe im Gemüsebett

30.12.2007 vonFranz

Das Christkind hat es gut mit mir gemeint und gleich mehrere Kochbücher, die auf meinem Wunschzettel standen, auf meinen Küchentisch gelegt. War wohl nicht ganz uneigennützig vom Christkind … Jedenfalls sind damit die ersten Frühlingsboten aus Italien bei uns schon eingetroffen.

Die schönen Regionen-Kochbücher der Duttenhofers gibt es bekanntlich seit einiger Zeit in der preisgünstigen “Volksausgabe”. Im Grunde sind sie alle lesenswert. Natürlich sind sie 10 bis 12 Jahre nach dem Ersterscheinen nicht mehr hochaktuell, dennoch: es macht Spaß darin zu blättern, man wird – anders als durch manche Kochshow – nicht dümmer, und die guten Reportagefotos von Martina Meuth sind ein Augenschmaus.

Eben habe ich festgestellt, dass auf lamiacucinas Website der Schnee in kleinen Flocken fällt. Dem möchte ich etwas strahlende Sonne hinzufügen mit meinem Pesce scorpione marino in giardino. Das klingt toll, ist dem Rombo in giardino aus dem Ligurien-Band entlehnt und heißt übersetzt: Rotbarsch im Garten, hier im Paprika- und Tomatengarten, um genau zu sein. Nicht so genau genommen habe ich es beim Nachkochen mit der Wahl des Fischfilets. Rombo ist Steinbutt und war in der Mini-Version bei meinem Fischhändler für EURO 38,50 per Kilo Komplettfisch zu haben. Das musste nicht sein, weil zugleich wunderschöne Rotbarschfilets im Angebot waren für etwa den halben Preis fürs Filet. Rotbarsch kennt man in Italien zwar kaum, das macht aber nix. Schlimmer ist, dass Rotbarsch, wie auch Kabeljau und so ziemlich jeder andere bei uns bekannte Wildfisch, beinahe hoffnungslos überfischt sind – jetzt habe ich also auch noch ein bisschen schlechtes Gewissen. Ich muss es ertragen.

Im Originalrezept werden die Gemüse roh mariniert und kalt zum Fisch gegeben. Ich habe mich für eine gewärmte (siehe lamiacucina!) Variante entschieden. Eigentlich ist alles italienisch einfach und genial:


Für 2 Portionen wird eine Fleischtomate gehäutet, entkernt und in kleine Würfel geschnitten. Je eine halbe rote und gelbe Paprikaschote wird mit dem Sparschäler enthäutet (das geht sehr gut), entkernt und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten. Ein halbe weiße Zwiebel oder 1-2 Schalotten werden geschält und feinst gewürfelt, dito eine Knoblauchzehe.

Pro Person etwa 200 g Fischfilets werden nun mit wenig Puderzucker und griffigem Mehl (z.B. Mehldunst) hauchdünn bestäubt und in Olivenöl gebraten, bis beide Seiten leicht gebräunt sind. Dann den Fisch zum Nachziehen auf einem vorgewärmten Teller warm halten.

Jetzt kommen die Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen in das Bratfett und werden kurz angeschwitzt. Eventuell muss etwas Wein angegossen werden, damit die Zwiebel nicht bräunt, sondern nur glasig wird. Dann kommen die Paprikawürfel dazu, wenig später die Tomaten. Gewürzt wird mit ein paar Spritzern Weißweinessig, grobem Meersalz, geschrotetem schwarzen Pfeffer und vielleicht einer Spur Cayenne oder Piment d’Espelette. Ganz am Schluss einen Stich kalte Butter und eine Handvoll Basilikumblätter einschwenken, auf Teller verteilen, den Fisch salzen, auflegen und etwas Gemüseflüssigkeit oder Olivenöl darüberträufeln.

Köstlich? – Unbeschreiblich.

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Buletten vor die Meute

27.12.2007 vonFranz

Beliebtester Partyhappen ist (Trommelwirbel): Die Minibulette.
Ob Fisch, ob Gemüse, ob Nudeln ob Hack, jeder greift zwischendurch gern zu, und in nullkommanichts sind die Buletten weg. Reichlich davon braten, heißt die Devise, aber wer schon mal hundert Buletten gemengt, gedreht und gebraten hat, weiß, was das bedeutet.

Ich habe ein bisschen Erfahrung mit der Bulettengroßproduktion und muss gestehen: so richtig Spaß macht mir das auch nicht. Deshalb mache ich es mir so einfach wie möglich. Aber die Buletten sind natürlich sensationell gut – das beweist die minimale Halbwertzeit.

Weil die Menge der geforderten Buletten immer mal wieder schwankt, habe ich das Rezept standardisiert. Die Grundmenge reicht für etwa 30 Minibuletten von je knapp 30 g. Nettes Fingerfood. Darf übrigens auf keinem Silvesterbuffet fehlen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Pikante Frikadellen vom Lamm
Kategorien: Hackfleisch
Menge: 30 mini oder ca. 8 normale Frikadellen

Zutaten:
500 g Hackfleisch (halb Lamm, halb Kalb)
1 mittelgroße Zwiebel (ca. 180 g)
2-3 Knoblauchzehen (15 g)
2 EL Olivenöl
20 g Petersilienblätter, glatt
7 g Minzeblätter
7 g Dillspitzen
1/2 TL Zimt (1 g)
1/2 TL Kreuzkümmelpulver (1,5 g)
1 Mssp. Muskatnuss (0,5 g)
1 TL Pfeffer, schwarz, gemahlen (2 g)
1 TL scharfes Rosenpaprikapulver (3 g)
15 g Salz
1/2 TL Currypulver (1,5 g)
1 TL Zucker (3 g)
6 Pimentkörner, zerstoßen (0,5 g)
1/2 TL getrocknete Steinpilze, pulverisiert (1 g)
1 Mssp. Korianderpulver (0,5 g)
1 EL Zitronensaft (10 g)
ein paar Spritzer Worchestershiresauce
2 EL Tomatenmark (40 g)
50 g Semmelbrösel
1 Ei (65 g)

Quelle:
– Erfasst *RK* 29.09.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Zwiebel schälen und sehr fein würfeln oder im Cutter zerkleinern und mit 2 EL Olivenöl in einer Pfanne glasig weich dünsten. Petersilienblätter und Knoblauchzehen ebenfalls fein hacken und kurz mitdünsten. Die Zwiebelmasse etwas abkühlen lassen, dann mit der kleingehackter Minze und Dill und mit allen anderen Zutaten zum Hackfleisch geben und alles gut mit den Händen vermengen.

Den Fleischteig etwa 30 min. im Kühlschrank ruhen lassen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 200 Grad C mit Umluft vorheizen.

Mit einem kleinen Eiskugel-Portionierer vom Fleischteig etwa 30 kleine Kugeln abstechen, kurz zwischen den Handflächen rollen und dann flachgedrückt nebeneinander aufs Backblech setzen.

Im vorgeheizten Ofen mit Umluft ca. 12 min. ausbacken.

Dann herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen und abkühlen lassen. Abgedeckt im Kühlschrank bis zum Verbrauch aufbewahren.

Falls das Hackfleisch sehr mager ist (z.B. Rindfleisch), kommen noch 40 g weiche Butter in den Fleischteig.

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Ging doch fix, oder? Und braten im Umluftherd ist auch kein Problem, spart zudem viel Zeit und Bratfett.

Da ich etwa 180 Minibuletten backen wollte, habe ich die Mengen mit 6 multipliziert, also 3 kg Hackfleisch usw.

Wieviele Buletten sind im Eimer?
168.
Gut zehn Stück gehen immer fürs Probieren drauf.

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Auf Trüffelsuche

22.12.2007 vonFranz

bin ich schon seit einiger Zeit. Ein gutes Rezept für die edlen Schokoladentrüffel, das mich rundherum ;-) überzeugt, musste ich mir schließlich selbst zusammenbauen. So habe ich hier und da ein bisschen was geklaut, manches ausprobiert und folgendes noch gerade eben rechtzeitig zum Fest für gut befunden:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Schokoladentrüffel
Kategorien: Pralinen
Menge: ca. 25 Stück


Zutaten:
160 g dunkle Schokolade (mindestens 70 % Kakaoanteil)
100 g Sahne
1 EL weiche Butter (25 g)
5 EL Whisky (40 ml)
1 Mssp. Piment d’Espelette (0,5 g)
1 Mssp. Zimt (0,5 g)
3 Kapseln Kardamom
3-4 EL echtes Kakaopulver (keine Trinkschokolade!)


Quelle:
– Erfasst *RK* 22.12.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Schokolade mit einem scharfen Messer in kleine Stücke schneiden, zusammen mit der weichen Butter, dem Whisky, Piment d’Espelette und Zimtpulver in eine vorgewärmte Schüssel geben.

Kardamomsamen aus den Kapseln nehmen und mit der Sahne kurz aufkochen, durch ein Sieb über die Schokolade schütten, einmal umrühren und etwa 5 min. ruhen lassen. Dann mit einem Spatel verrühren, bis eine Schokoladencreme ohne Klümpchen entstanden ist.

Sollte sich die Schokolade noch nicht ganz aufgelöst haben, die Schüssel für 30 min. bei 50 Grad C in den Backofen stellen.

Wenn die Schokolade aufgelöst ist, die Masse erkalten lassen. Dann mit einem Löffel oder Kugelausstecher in etwa 25 Stückchen teilen, in den Handflächen (evtl. mit Latexhandschuhen) zu Kugeln rollen und schließlich mit Kakao überziehen.

Über Nacht in den Kühlschrank stellen und gekühlt servieren.

Die Schokotrüffel halten sich etwa 2 Wochen im Kühlschrank.


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Natürlich hängt die Qualität der Trüffel in erster Linie von der Güte der Schokolade ab. Aber die Würze bringt letztlich das besondere Aroma. Und der Kick ist die samtig weiche Oberfläche und der kühle Kern.


Eigentlich ist das Ganze kinderleicht und einfach herzustellen, wie auch der „Minimalist“ Mark Bittman in seinem Chocolate-Ganache-Video zeigt. Auf der Seite gibt es noch weitere interessante Videorezepte.

Leider machen diese Schokaladentrüffel süchtig, und ich weiß noch nicht so recht, wie ich im kommenden Hochsommer ohne Klimaanlage in der Küche meine tägliche Ration produzieren soll.

Nicht Fisch, nicht Fleisch

21.12.2007 vonFranz

und nicht jedermanns Sache, aber hier im Rheinland sind Miesmuscheln in der kalten Jahreszeit ein immer noch beliebtes, traditionelles Gericht. Ab Oktober findet man überall in den Kneipenfenstern die kleinen Pappschilder: Hier rheinische Muscheln. Natürlich kommen die Muscheln nicht aus dem Rhein, sondern meist aus Holland. Und es handelt auch um keine besondere Art, sondern um die landläufige Miesmuschel. Richtig zubereitet ist sie ein Genuss.

Innerhalb eines Menüs wird man nun nicht, wie sonst in den Kneipen, jedem Gast einen dampfenden Topf voller Muscheln vor die Nase stellen. Als Zwischengang eignen sich Muscheln eher in der überbackenen Variante, zum Beispiel als Muschelgratin mit Salat von Trüffelkartoffeln und Knoblauchspinat.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Muschelgratin mit Salat von Trüffelkartoffeln und Knoblauchspinat
Kategorien: Muscheln, Vorspeise
Menge: 6 Portionen


Zutaten:
etwa 150 g gekochtes Muschelfleisch (!) ausgelöst
1 Schalotte, feingehackt
2 Knoblauchzehen, feingehackt
2 EL glatte Petersilie, feingehackt
1 EL Pinienkerne
3 EL weiche Butter
3 EL Semmelbrösel
1 Prise Muskat
Salz
schwarzer Pfeffer, grob geschrotet
Piment d’Espelette (oder Cayenne)
2 EL Sherry
1 EL Zitronensaft
1 Prise Zucker
1 Spritzer Pastis
etwas Muschelsud
Beilagen:
2 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen in Scheibchen
etwa 200 g junge Spinatblätter
1 Schalotte
6 mittelgroße blaue Kartoffeln
Salatsauce:
1 Schalotte
1 ganzes Ei
1 TL Senf
1 EL Zitronensaft
1 Prise Zucker
1 Prise Salz
1 Prise Piment d’Espelette (oder Cayenne)
Olivenöl
grobes Meersalz und etwas Eiweiß zur Deko

Quelle:
– Erfasst *RK* 20.12.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Frische Muscheln nach dem Rezept Rheinische Muscheln (unten) zubereiten und auslösen. Etwa 30 bis 36 schöne, halbe Muschelschalen zum Füllen beiseite legen. Muschelfleisch grob hacken.

Pinienkerne in einer trockenen Pfanne hell anrösten, herausnehmen und klein hacken, zum Muschelfleisch geben.

Feingehackte Schalotte und Knoblauch in etwas Butter glasig dünsten, dann feingehackte Petersilie zufügen und kurz mitdünsten. Etwas abkühlen lassen und ebenfalls zum Muschelfleisch geben.

Muschelfleisch mit der weichen Butter, den Semmelbröseln, Muskat, Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette, Sherry, Zitronensaft, Zucker, Pastis und 1-2 EL Muschelsud vermengen, abschmecken, in die aufbewahrten halben Muschelschalen füllen und auf grobes Salz gebettet in eine Auflaufform stellen.

Für den Kartoffelsalat die violetten Kartoffeln sauberbürsten und mit Schale etwa 25 min. dämpfen. Herausnehmen, leicht abkühlen lassen und mit Schale in etwa 4 mm dicke Scheiben geschnitten dachziegelartig auf den Tellern anrichten.

Für die Salatsauce die Zutaten im Mixer fein pürieren, soviel Olivenöl zufügen, dass eine dünne Mayonnaise entsteht.

Gefüllte Muschelschalen unter dem Grill gratinieren.

Für den Spinat die Knoblauchzehen schälen und in dünne Scheibchen hobeln. In Olivenöl anbraten bis sie hellbraun sind, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die feingewürfelte Schalotte im Knoblauchöl weichdünsten, dann den Spinat zufügen, salzen, pfeffern und zusammenfallen lassen. Etwas Muskat darüberstreuen und nochmals abschmecken. Dann auf den Tellern anrichten und mit den Knoblauchchips belegen.

Etwas grobes Salz mit wenig verschlagenem Eiweiß mischen und eine Linie damit ziehen zwischen den Kartoffeln und dem Spinat. Darauf die überbackenen Muscheln setzen, die Mayonnaise über die Kartoffeln träufeln, ein paar Tropfen Zitronensaft auf die Muscheln geben, servieren.


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Meistens sind die Muscheln schon gut gesäubert, wenn man sie eingeschweißt kauft. Trotzdem sollte man sie nochmals gründlich waschen, beschädigte Exemplare aussortieren, auch die, die sich beim Waschen nicht wieder geschlossen haben. Nach dem Kochen sortieren wir ebenfalls die Exemplare aus, die sich dann immer noch nicht geöffnet haben. Im Übrigen gefährdet der Verzehr frischer Muscheln nicht die Gesundheit, es sei denn, sie hätten eine Eiweißallergie.

Beim Kochen der Muscheln gehen wir vor wie unten im Rezept für Rheinische Muscheln beschrieben. Da wir die Muscheln für die Gratinmischung aber sowieso aus den Schalen nehmen müssen, schneiden wir das Gemüse für den Sud aber nicht klein, sondern belassen es in größeren Stücken, die wir später einfach herausnehmen können.

Achten Sie darauf, dass der Topf reichlich groß ist und der Sud dampfend heiß kocht, bevor Sie die Muscheln hineinschütten. Dann sofort den Deckel wieder drauf und bei großer Flamme dämpfen lassen, ab und zu den Topf kräftig rütteln.

Sobald sich die Muscheln geöffnet haben, den Topf vom Feuer nehmen, etwas abkühlen lassen und die Muscheln aus den Schalen nehmen. Schöne Halbschalen zum Füllen beiseite legen.

Zum Überbacken unter dem Grill kann man die gefüllten Muschelschalen gut in ein Salzbett stellen, damit sie nicht umfallen. Auch auf dem Teller angerichtet präsentieren sie sich gut auf einer schmalen Lage Salz. Damit die nicht auf dem Teller verrutscht, kann man ganz wenig angeschlagenes Eiweiß unter das Salz mischen, das pappt.

Die violetten Kartoffeln Vitelotte aus Südfrankreich haben einen ausgeprägten, süßlich-feinen Geschmack, der auch an Karotten und andere Wurzeln erinnert. Ich hatte sie schon einmal in der Metro gekauft für 2,50 das Kilo. Mein Gemüsehändler bietet sie als „blaue französische Kartoffeln“ für 4 Euro an. Auf dem Düsseldorfer Carlsmarkt heißen sie „Französische Trüffelkartoffeln“ zu knapp 10 Euro das Kilo – wohlgemerkt, immer die gleichen Kartoffeln …


Und so kocht man bei uns die Rheinischen Muscheln:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Muscheln rheinische Art
Kategorien: Muscheln, Hauptgericht
Menge: 4 Portionen


Zutaten:
3 kg Miesmuscheln
1 große Gemüsezwiebel (oder 3 mittelgroße)
3 große Karotten
1 große Stange Lauch
1/2 Sellerieknolle
4 Knoblauchzehen
1 Flasche Weißwein
1/4 l Wasser
3 Lorbeerblätter
1 TL schwarze Pfefferkörner, geschrotet
4 Wacholderbeeren, gemörsert
1 TL Salz
3 EL Butter
Pumpernickel, dick mit Butter bestrichen


Quelle:
– Erfasst *RK* 20.12.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Muscheln in eine große Schüssel mit kaltem Wasser schütten und 1 Minute kräftig darin waschen. Dann alle beschädigten und immer noch nicht geschlossenen Muscheln entfernen und wegschmeißen. Restliche Muscheln unter fließendem Wasser bürsten und evtl. vorhanden „Bärte“, das sind kleine grüne Fäden an am Schalenschlitz, abschneiden. Nochmals gut durchwaschen und in ein Sieb zum Abtropfen geben.

Gemüse putzen und ca. 1 cm groß würfeln. Zwiebeln schälen, halbieren und in etwa 4 mm dicke Scheiben schneiden. Zusammen mit den gewürfelten Gemüsen, dem Wein, den Lorbeerblättern, kleingehacktem Knoblauch, 1 TL Salz, reichlich Pfeffer und 750 ml Wasser in einem großen Topf mit Deckel erhitzen und etwa 5 min. leise köcheln lassen.

Dann den Sud kräftig aufkochen und die Muscheln dazugeben, Deckel auflegen und kräftig weiterkochen lassen. Nach etwa 4 min. haben sich die Muscheln geöffnet. Den Topf vom Feuer nehmen, 3 EL Butter zufügen, die Muscheln einmal umrühren und mit einer Siebkelle mitsamt dem Gemüse in tiefe Teller verteilen, dabei immer noch geschlossenen Muscheln und leere Schalen entfernen. Den Sud nochmals kräftig abschmecken und über die Muscheln schütten. Darauf achten, dass eine leere große Doppelschale als „Muschelzange“ obenauf liegt. Einen zweiten Suppenteller umgekehrt über die Muscheln stülpen. Er dient beim Essen als Ablage für die leeren Schalen.

Muscheln sofort mit je einer Scheibe dick bebuttertem Pumpernickel servieren.

Nicht vergessen, einen Esslöffel mit einzudecken zum Auslöffeln des Suds.

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Dazu gibt es eine Scheibe Pumpernickel, dick mit Butter bestrichen. Und am Ende löffelt man den pfefferscharfen Sud mit den Zwiebeln und Gemüsestücken. Wetten, dass Sie danach wieder Durst auf ein paar Gläser Altbier haben?

Fisch – wild und frisch

19.12.2007 vonFranz

An kalten, dunklen Wintertagen träumt so mancher von hellen, wärmeren Zeiten. Und nach all den schweren, warmen, winterlichen Aromen keimt bei mir schon die Sehnsucht nach leichter, frischer Frühlingskost.
„Frische Küche“ von Michele Cranston ist ein hübsches Büchlein mit vielen schönen und einfachen Rezepten der leichten Küche und landete nach einem Stadtspaziergang für ein paar Cent vom Bücherwühltisch in meinem Kochbuchregal. Gestern habe ich einer kleinen Gästerunde ein Lachs-Carpaccio daraus als Vorspeise serviert: alle, und auch ich, waren recht angetan …

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Carpaccio vom Wildlachs mit mariniertem Fenchel
Kategorien: Fisch, Sashimi, Vorspeise
Menge: 4-6 Portionen


Zutaten:
300 g roher Wildlachs bester Qualität
1/2 kleine runde Fenchelknolle mit Grün
1 Limette, der Saft
1 TL Zucker
1/2 TL Meersalz
1 TL Minze, feingehackt
1-2 EL kleine Kapern, in Salz eingelegt
schwarzer Pfeffer, geschrotet
Olivenöl

Quelle:
frei nach “Frische Küche” von Michele Cranston
– Erfasst *RK* 19.12.2007 von
– Franz Schumacher


Zubereitung:
Fenchel putzen und z.B. mit dem Trüffelhobel in hauchfeine, durchsichtige Streifen schneiden und mit Limettensaft, Salz, Zucker und der feingehackten Minze mindestens 1 Std. marinieren.
Dann die Teller mit der Hälfte des Fenchels jeweils in der Mitte auslegen.

Lachs auf Gräten untersuchen, evtl. entfernen. Mit einem sehr scharfen Messer mit dünner Klinge schräg in hauchdünne Scheiben schneiden und auf den Fenchel setzen.

Restlichen Fenchel auf dem Lachs verteilen. Reste der Marinade darüberträufeln.

Kapern von überschüssigem Salz befreien, evtl. hacken und mit dem geschroteten Pfeffer über den Lachs streuen, mit etwas Fenchelgrün ausdekorieren.

Mit lauwarmem Baguette servieren.

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Laut „Silberlöffel“, der italienischen Kochbibel, ist der runde Fenchel für den Rohgenuss besser geeignet als sein flacher Bruder (oder Schwester?). Ich habe an anderer Stelle schon mal gelesen, dass die runde Sorte aromatischer sei.

Das Ganze funktioniert natürlich auch bestens mit rohem Schwertfisch in Sashimi-Qualität. Wer keinen rohen Fisch essen mag, kann auch Räucherlachs oder geräucherten Schwertfisch (ganz was Feines!) verwenden.

In Christkinds Speiseplan gespitzelt

16.12.2007 vonFranz

Gerade noch rechtzeitig angelandet wurde der Fang, der sich hinter dem
16. Türchen des Kulinarischen Adventkalenders verbirgt:

Mit kostbaren Aromen des Orients kommt dieses weihnachtlich duftende Fischgericht schon zur Adventszeit festlich daher – vielleicht, damit auch Sie es an den Feiertagen auf den Tisch bringen können?

Rotbarbenfilets mit Honig-Rosmarin, Gewürzreis und karamellisierten Cranberries

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.1

Titel: Rotbarbenfilets mit Honig-Rosmarin, Gewürzreis und karamellisierten Cranberries
Kategorien: Fisch
Menge: 4 Personen


Zutaten:
Fisch und Honigmarinade:
Rotbarbenfilets (pro Person 1 großes oder 2 kleine)
3-4 EL Honig
1 EL frische Rosmarinnadeln, fein gehackt
50 ml Fischfond
Fleur de sel
Mehl zum Pannieren der Hautseite
Pankomehl zum Panieren des Fischfleisches

Gewürzreis:
200 g Basmatireis
5 Kardamomkapseln, den Samen, gemahlen
1 Prise Safran
4 Nelken, gemahlen
3 Sternanis
1 Stück Zimtstange (ca. 5 cm)
1 Prise Salz
2 Eier (M)
2 EL Butter

ausserdem:
ca. 150 g Cranberries
2 EL Zucker
2 EL Wasser

Quelle:
frei nach Johann Lafer
– Erfasst *RK* 02.11.2007 von
– Franz Schumacher

Zubereitung:
Fischfond mit Honig und Rosmarin aufkochen und auf die Hälfte reduzieren, beiseite stellen.

Den Reis waschen und in einem knappen halben Liter kaltem Wasser mit den Gewürzen in einem Topf mit geschlossenem Deckel aufkochen lassen. Sobald der Reis kocht, den Ofen ausschalten und en Reis etwa 12 bis 15 min. garziehen lassen. Am Ende den Deckel abheben, damit evtl. überschüssige Flüssigkeit verdampft. Zimtstange und Sternanis entfernen. Butter unter den Reis rühren, kurz abkühlen lassen. 1 bis 2 Eier verschlagen und unter den Reis rühren.

Kleine Tassen oder Ringe bebuttern, mit dem Reis füllen und bei 120 Grad im Ofen etwa 15 -20 min. aufwärmen und stocken lassen.

Cranberries mit je 2 EL Zucker und Wasser aufkochen, bis sie zu Platzen beginnen, warm stellen.

Vorbereitete Fischfilets auf der Hautseite nur dünn mehlieren, die Fleischseite mit dem Honig-Rosmarin-Fond bestreichen, etwas Fleur de Sel aufstreuen, leicht andrücken und mit Pankomehl panieren. In reichlich Öl bei Mittelhitze in einer großen Pfanne zunächst auf der Pankomehl-Seite hellbraun braten, umdrehen und auch auf der mehlierten Hautseite kurz weiterbraten, warmstellen.

Honig-Rosmarin-Fond anwärmen, evtl. verdünnen oder weiter einkochen lassen.

Anrichten:
Reisküchlein vorsichtig aus den Tassen stürzen oder aus den Ringen auf vorgewärmte Teller drücken, Fischfilets und Cranberries anlegen, Deko-Gewürze zufügen. Honig-Rosmarin-Fond ringsum auf die Teller träufeln.

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Der Reis lässt sich gut vorbereiten und wird etwa 20 min. vor dem Servieren im Ofen gewärmt.

Falls Sie Rotbarbenfilets verwenden, sollten Sie die Gräten sorgfältig mit einer Fischgrätenpinzette entfernen. Etwa 7 bis 8 Gräten stecken in jedem Filet drin, tief in der Mitte. Man kann sie gut spüren, wenn man mit den Fingerspitzen von vorn nach hinten über das Filet streicht.

Rotbarbenfilets sind manchmal schwierig zu bekommen. Auch mit filetiertem Seewolf zubereitet sollte dieses Rezept ein besonderes Festtagsgericht ergeben. Natürlich können Sie auch jeden anderen festfleischigen Fisch verwenden. Aber – je aromatischer das Fischfleisch, desto besser.

Pankomehl ist ein japanisches Paniermehl aus dem Asia-Laden, das aus Weizenmehl, Zucker, Salz, Hefe und pflanzlichem Öl besteht. In Pankomehl gebratene oder frittierte Speisen werden besonders schön knusprig. Den Fisch habe ich lediglich auf der empfindlichen Innenseite damit panniert, damit er auch da eine schöne Kruste bekommt. Natürlich muss das nicht unbedingt sein – nur auf der Haut kross gebraten schmeckt er auch toll.

Bei der Tellerdeko ist es hübsch, wenn Sie je einen Anisstern und ein Stück Zimtstange mit etwas Öl bepinseln.

Cranberries habe ich bei uns auf dem Markt bisher nur im Herbst und Winter gesehen.Man kann sie aber gut einfrieren und so das ganze Jahr über als pikante Würze verwenden.

Engelchens Backstube

14.12.2007 vonFranz

Fleißig, fleißig! Das Lob und mein Dank gilt all den Engeln und Christkindern, die in der himmlischen Backstube so eifrig Weihnachtsplätzchen gebacken und ihre göttlichen Rezepte so großherzig preisgegeben haben.

Einige, die mir besonders gut gefielen, habe ich nachgebacken, für alle fehlt mir leider die Zeit.

So gibt es in diesem Jahr neben den Baci alla cioccolata, den Cantuccini, dem Haselnuss-Shortbread auf meinen Adventstellern auch die herrlichen toskanischen Viallinis von Kochblogger. Beim nächsten Mal werde ich eine Variante mit ein paar Pinienkernen mehr versuchen, sie vorher anrösten und zum Teil kleinhacken.

Ein köstliches Rezept kam mit den Brunsli von Chili und Ciabata. Beim Backen werde ich nächstens besser aufpassen: 4 min. als Backzeit sind genau richtig angegeben. Danach kommt bald der kritische Punkt, an dem die angetrocknete äußere Schicht bricht und die geschmolzene Schokolade durchkommt und in die Breite fließt.

Die Engelsaugen der Hedonistin schmelzen zart und fruchtig auf der Zunge. Statt des Lime-Gelees hatte ich nur Orangengelee im Haus. Mit Limettenschale und –saft war das auch sehr lecker. Damit er mir nach dem Backen nicht aus den Plätzchen fließt habe ich den Gelee mit etwas zusätzlicher Gelatine angedickt.

In ein paar Tagen werde ich wohl noch ein paar Schokotrüffel machen, dann ist Heiligabend und der Christstollen ist zum Anschnitt bereit.

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