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Frei von der Leber weg

26.03.2008 vonFranz

Horst Lichter ist der Ansicht, eine Zunge gehöre nur zur Hälfte zu den Innereien, denn die andre Hälfte der Zeit hinge sie ja meist zum Hals raus. Dennoch, auch eine nur „halbe“ Innerei kommt bei vielen Leuten nicht auf den Teller, und ein Stück Tier, dem man seine Herkunft recht deutlich ansieht, jagt manchen Hobbykoch in die Wüste, statt ans Kochgeschirr. Mir ging das lange auch so.

Seit Wolfgang Siebecks Innereien-Kochwettbewerb, für den ich mich im vergangenen Jahr beworben hatte, ist das anders. Zwar kam ich nicht in die Endausscheidungen, sammelte dafür bei meinen Vorbereitungen aber etliche neue, meist köstliche Erfahrungen mit allen möglichen Innereien. Auch Birgit Vanderbekes schönes Büchlein “Schmeckts? – Kochen ohne Tabu” gehört seither zu meinen Lieblingsschmökern.

Bei Kuttelgerichten sind mir zwei recht gute Zubereitungen gelungen, dennoch sind sie mir nicht zu Lieblingsspeisen geworden. Von Nierchen gleich welcher Herkunft lasse ich weiter die Finger. Rinderzunge und Kalbsherz dagegen kommen seither öfter bei mir auf den Tisch, zumal beides sehr magere, geschmackvolle Fleischsorten sind und außerdem noch preisgünstig dazu.

Eine frische Rinderzunge zu kochen ist eigentlich ein Kinderspiel:

Die Zunge gut waschen und in reichlich kaltem Wasser schwimmend aufsetzen. Aufkochen lassen, evtl. Schaum und Verunreinigungen von der Flüssigkeit heben. Jetzt ein Lorbeerblatt, eine geschälte Zwiebel, 6 Pimentkörner (oder 3 Nelken), 4 Wacholderbeeren, 1 EL Weinessig, 10 Pfefferkörner und ein Stückchen Macisblüte zugeben und knapp unter dem Siedepunkt 2 ½ bis 3 Std. simmern lassen. Nach der zweiten Stunde kommt 1 TL Salz in den Sud. Wenn die Zunge gar ist, lässt sich die Zungenspitze leicht eindrücken. Die Zunge herausheben, leicht abkühlen lassen und die Haut abziehen.

Jetzt entferne ich alles Unansehnliche von den Rändern und dem Zungenboden und schneide auch die groben Oberflächenteile weg, nichts soll auch optisch den Genuss stören.

Den hinteren Teil der Zunge habe ich in dünnen Scheiben mit einer Kapern/Merrettich-Sauce aus der auf die Hälfte reduzierten Kochbrühe und mit Bouillongemüse serviert.

Das vordere Zungenstück wurde längs hauchdünn aufgeschnitten auf einem Bohnen-Kartoffelsalat mit einer Senfmarinade angerichtet:
6 EL Weinessig, Salz, Pfeffer, 2 EL Senf vermischen und 8 EL Olivenöl nach und nach einrühren.

Diesen Teller hatte ich mal als Vorspeise für den ZEIT-Kochwettbewerb zusammengestellt:
Lauwarme Zungenpraline mit Vermouthgelee, Kohlrabi-Püree und getrüffelten –Stiften und Brunnenkresserahm.
Das schmeckte zwar hervorragend, war als Vorgericht jedoch viel zu „mächtig“, denn Zungenfleisch ist durch seinen hohen Gelatinegehalt sehr sättigend. Eingereicht zum Wettbewerb hatte ich als ersten Gang schließlich: Karamellisierter Chicoree mit Spitzmorcheln und Kalbsbries – könnt’ ich auch mal wieder machen …

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hauchzart hingezaubert

18.03.2008 vonFranz

2 : 3 : 5 heißt sie, die Zauberformel, mit deren Hilfe die wunderbar zartesten Pfannküchlein entstehen, z.B.

120 g Mehl : 180 g Vollei : 300 ml Milch.

Dazu kommen eine gute Prise Salz und 2 Std. besser: 6 Std. Ruhezeit, abgedeckt im Kühlschrank. Da können sich Mehl und Ei – wie beim Nudelteig – innigst verbinden. Daraus werden dann hauchdünne Crepes gebacken, die – genau wie dünne Nudeln – nicht reißen und nicht brechen.

Aus den angegebenen 600 g Teig sollten etwa 10 hauchdünne Pfannkuchen werden, bei mir war das in einer 26 cm Pfanne so.

Fertige Pfannküchlein hält man im Backofen bei etwa 60 Grad C warm, während man den Teig mit je einem TL Butter oder Olivenöl nach und nach verbackt.

Die Duttenhofers haben letzten Freitag im WDR Fernsehen gezeigt, wie man so mit wenigen weiteren Zutaten ein regelrechtes Festessen aus den Pfannkuchen zaubern kann.

Ich habe beim Zuschauen sofort großen Appetit bekommen (wie immer!), und am nächsten Morgen gab es Apfelpfannkuchen zum Frühstück – phenomenal.

Zusätzlich war vom letzten Bolognese-Exzess noch ein stattlicher Rest Ragu übriggeblieben, den zog ich noch nachts vom Eis. Tags darauf blieb nur noch eine Bechamelsauce zu kochen:

Mehl in Butter oder Öl anschwitzen,
mit Milch zu einer dickflüssigen Sauce kochen,

zum Würzen 1 ganze Zwiebel, 1 Lorbeeblatt, 3 Nelken oder Pimentkörner, 1 Knoblauchzehe mitkochen, später herausnehmen

und das Ganze abschmecken mit Zitronensaft, einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer, Muskat.

Wer nun die dünnen Pfannkuchen mit etwas Ragu, ein paar Tropfen Bechamel und Parmesan bedeckt und so wie ich übereinander stapelt, wird mit einer ansehnlichen Lasagne belohnt. Oben drauf kommen nur Bechamel und ein paar Stückchen Mozzarella. Das Ganze wandert für etwa 30 min bei 150 Grad C in den Umluftofen.

Wer mag, streut gehackte Chilis zwischen die Lagen, auf jeden Fall aber Basilikum obendrauf.

Genau betrachtet ist Lasagnekochen also gar nicht schwierig. Ich hatte mich immer wieder etwas schwergetan mit großen, selbstgemachten Nudelblättern,

das war immer recht glitschig und nass und hielt auch kaum zusammen. So war mir letztens auch ein „Portions-Lasagne“, die ich Claudia von Fool for Food großmäulig vorgeschlagen hatte (Verzeihung!), optisch gründlich misslungen.

Aus Pfannküchlein dagegen hält die Lasagne rutschsicher und ist mindestens genauso köstlich wie aus Pastablättern, deren im Ofen unbedeckte Spitzen oft unangenehm hart und trocken werden.

Man sollte darauf achten, dass die Pfannküchlein und Auflagen sehr, sehr dünn bleiben, sonst entsteht leicht eine Magenbombe wie mein gefüllter Pfannkuchen mit Hühnchensugo (sieht aus, wie von Horst Lichter zusammengepanscht, nicht?). War aber ziemlich lecker.


Aus den letzten beiden dünnen Pfannküchlein entstand dann auch noch ein von Martina Meuth vorgeschlagenes Dessert: Pfannkuchen mit Quarkfüllung.

Auch sehr köstlich, wobei für meinen Geschmack die Schokoladensauce nicht sehr gut mit dem säuerlichem Quark und Zitronensaft harmoniert. Ich schlage stattdessen eine Ricottacreme mit Birnenstückchen vor. Machen Sie, was Sie wollen: einfach köstlich werden die Röllchen immer sein.

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zweifellos nachgebraten

15.03.2008 vonFranz

Claudia von DOLCE war sich nicht sicher, ob ihre Grießschnitten denn überhaupt noch als Fastenspeise durchgingen, so köstlich waren sie ihr gelungen. Ich schließe mich den berechtigten Zweifeln an.
Zusätzlich habe ich an dem Rezept noch ein bisschen herumgeschraubt – zweifellos kein Fastengericht !


========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Mandel-Grießschnitten mit Erdbeeren
Kategorien: Dessert
Menge: 8-12 Portionen


Zutaten:
1 kg Erdbeeren
2 Essl. Zucker
Zitronensaft
100 Gramm Mandelsplitter
1 Vanilleschote
1 Essl. Butter
1 Ltr. Milch
1 Prise Salz
250 Gramm Hartweizengrieß
60 Gramm Zucker
2-3 Eier
Semmelbrösel zum Panieren
Sonnenblumenöl zum Braten
Puderzucker
Minzeblättchen

Quelle:
frei nach Bayerisches Kochbuch, Birken Verlag Planegg-
Martinsried,
55.Auflage 1998
– Erfasst *RK* 14.03.2008 von
– http://www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:
Erdbeeren waschen, putzen, je nach Größe halbieren oder vierteln,
mit 2 EL Zucker Saft ziehen lassen. Dann die Hälfte der Erdbeeren
mit ein paar Spritzern Zitronensaft pürieren.

Mandelsplitter in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten und in der
Milch mit Salz, einer aufgeschlitzten und ausgekratzten
Vanilleschote und Zucker aufkochen lassen, Grieß einrühren, Topf vom
Herd nehmen, quellen lassen und zuletzt die Eier unterrühren.

Eine flache Auflaufform mit Folie auslegen, den Grießbrei einfüllen
und glattstreichen, er sollte die Form etwa 3-4 cm hoch ausfüllen.
Kalt werden lassen und dann in Schnitten schneiden. Mit
Semmelbröseln panieren und im Sonnenblumenöl knusprig herausbacken.

Anrichten mit Erdbeerpüree, Erdbeeren, Puderzucker und Minze.

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Teeei

12.03.2008 vonFranz

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, mal wieder pikante Eiereien einzulegen. Jetzt, zu Ostern, muss es nun wirklich sein.Hier also ein paar Rezepte für drei, vier unterschiedliche Ei-Marinaden.

Das Solei, sagt man, wurde in Halle an der Saale erfunden. Zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs haben dort die Salzsieder, auch „Halloren“ genannt, Eier für den Eigenverzehr zum Garen in die Salzsole gehängt und später daraus mit dem Verkauf ihrer Soleier ein lukratives Geschäft gemacht.

In den 60er Jahren gab es auch hier im Rheinland in vielen Kneipen große Gläser mit Eiern in Salzlake auf den Tresen. Heute findet man diesen traditionellen Kneipen-Snack verbreitet noch im Berliner Raum.


Einfache Soleier macht man so:

Eier in reichlich Salzwasser hart kochen. Sollten sie aus dem Kühlschrank kommen dauert das 9 Minuten, wenn man sie in bereits kochendes Wasser legt. Ein halber Esslöffel Salz im Kochwasser verhindert, dass die Eier beim Kochen aufplatzen. Natürlich sollten sie auch vor dem Kochen mit einem Piekser an der Unterseite, da wo die Luftblase sitzt, angestochen sein.

Manche kochen vorher Zwiebelschalen im Kochwasser aus, damit die Eier eine schöne rotgelbe Färbung bekommen.

Nach dem Kochen werden sie mit kaltem Wasser gut abgeschreckt und kühlen etwas ab. Dann rollt man sie auf einer harten Oberfläche, damit die Schale ringsum feine Risse bekommt, damit die Gewürze der Einlegflüssigkeit ins Innere des Eis ziehen können.

Für die Sole werden 2 EL Salz auf 1 l Wasser aufgekocht und abgekühlt auf die in einem Glas geschichteten Eier geschüttet. Das Ganze muss dann mindestens 3 Tage durchziehen.

Verzehrt werden Soleier meist so: Das Ei wird geschält und längs halbiert, der Dotter herausgenommen, in die entstandene Mulde etwas Öl, Essig und Pfeffer gegeben, der Dotter wieder daraufgesetzt, etwas Senf dazugegeben und das halbe Ei mit einem Bissen verzehrt. Manche verrühren auch den Dotter mit den Gewürzen und streichen ihn dann wieder in die Eiweißhälften.

Hier eine Version mit gewürzter Salzsole
(Posting Stefan Exner,1993)

12 Eier
3 Zwiebeln
1 1/2 Ltr. Wasser
150 Gramm Salz
2 Lorbeerblätter
10 Gewürzkörner; Piment
3 Wacholderbeeren
1 Teel. Kümmel; gehackt
15 Gramm Getrocknete Dilldolden
oder
1 Zweig Thymian

Das Wasser mit den Gewürzen (die Gewürzkörner und Wacholderbeeren zerdrücken) und der grob geschnittenen Zwiebel 5 Minuten gut durchkochen und erkalten lassen.

Die Eier zusammen mit einer ungeschälten, gut gewaschenen Zwiebel zehn Minuten hart kochen, abschrecken und die Schalen leicht anknicken.

Das Ganze wird in ein große Glass geschichtet und mit der erkalteten Sole übergossen. Nun muss es noch etwa drei Tage gut durchziehen.


Eine köstliche Ei-Marinade sind
Chinesische Teeeier

6 Eier
5 EL Sojasauce
2 TL Salz
2 TL Zucker
1 EL schwarzer Tee
3 Stücke Sternanis
1 Stückchen Zimtstange
1 TL geschroteter schwarzer Pfeffer

Kochwasser mit den Gewürzen aufkochen und die Eier wie oben beschrieben hart kochen, herausnehmen, abschrecken, Schale brüchig rollen. Eier und Kochwasser erkalten lassen, dann die Eier in ein Glas schichten mit der kalten Kochflüssigkeit übergießen und mindesten 4 Tage ziehen lassen.


Hier eine
Essig-Variante mit Senfkörnern

12 Eier
800 ml Wasser
400 ml Essig
4 Teel. Salz
Peperonischoten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehe
4 Lorbeerblaetter
2 Nelke
4 Teel. Senfkoerner
2 Teel. Thymian
2 Teel. Oregano

Wasser, Essig, Salz und Gewürze zum Kochen bringen und die rohen Eier hineingeben, 9 Minuten kochen lassen.

Dann die Schale mit einem Löffel an mehreren Stellen zum Brechen bringen, damit der Sud besser einziehen kann.

Die Eier in ein Gefaess tun, das bei kochender Flüssigkeit nicht zerspringt und den erkalteten Sud in das Gefäß gießen. Deckel locker auflegen, weil durch die chemische Reaktion des Essig mit den Kalkschalen Gas entsteht, das entweichen muss., Gefäß später abdecken oder locker verschließen und vier Tage stehen lassen.

Einfach köstlich sind auch die Sojaeier nach einem Rezept der Duttenhofers:

SOJAEIER
Meuth/Duttenhofer, Kochen für Freunde S. 38

Für 4-6 Personen:

6 Eier,
1/8 l Sojasauce,
1/8 l Hühnerbrühe,
4 EL Sherry,
2 EL Zucker,
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen,
1 Stück Ingwerwurzel (etwa 2 cm)
1 TL Salz

Zum Anrichten:
Kopfsalatblätter, glatte Petersilie oder Koriandergrün

Zubereitung:
Die Eier hart kochen, kurz abschrecken. Inzwischen Sojasauce, Hühnerbrühe und den Sherry zusammen aufkochen. Zucker, fein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Ingwer zufügen und 10 Minuten leise köcheln. Eier pellen und in den heißen Sud legen. Etwa zwei Tage ziehen lassen.

Zum Servieren die Eier in Viertel schneiden, auf mit Salatblättern ausgelegtem Teller hübsch anrichten. Mit etwas Sud beträufeln. Und mit Petersilie oder Korianderblättchen schmücken.


Bei all den köstlichen eingelegten Eiern sollte man dennoch die hübschen bemalten Ostereier im Nest nicht vergessen: ein Schmaus für die Augen – und ausschließlich so genossen zudem noch extrem kaloriensparend. Aber, wer will das schon?

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selber schuld

06.03.2008 vonFranz

Das kommt davon, wenn man sich von Bollis Kitchen inspirieren lässt: heraus kommt eine feine, hocharomatische Perlhuhn-Terrine mit Portwein, Datteln und Pilzen, deren Zubereitung schwieriger aussieht, als sie tatsächlich ist – vorausgesetzt man hat einen netten Geflügelhändler, der einem das Tier nach Wunsch vorbereitet.

Im Gegensatz zu Bollis Rezept gibt es in meiner Variante der Terrine kein Schweinefleisch, weil meine Frau das nicht so gerne mag. Für meine Farce habe ich deshalb Kalbfleisch gewählt und wegen des geringen Fettanteils etwas Butter hinzugefügt. Dennoch ist die Terrine relativ fest geworden, was mich aber nicht sehr stört. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal noch etwas Creme double unterrühren.
Wahrscheinlich kann man statt des Kalbfleischs auch Geflügelfleisch verwenden.

Blog-Event XXXII - Portwein breit

Ich habe mich von Bollis Rezept anregen lassen und es als Basis für meine Variation genommen. Diese Perlhuhnterrine ist also sozusagen eine Gemeinschaftsarbeit zum Portwein-Event im kochtopf.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Perlhuhn-Terrine mit Portwein, Datteln und Pilzen
Kategorien: Geflügel, Terrine
Menge: 1 Form ca. 800 ml

Zutaten:
1 Perlhuhn (netto ca. 400 g)
20 Gramm Schalotte
1 Knoblauchzehe
25 ml Weißer Portwein
1 Prise Zucker
1 Teel. Salz
Schwarzer Pfeffer
Piment d’Espelette
300 Mageres Kalbfleisch
20 Gramm Butter (evtl. etwas Creme double)
1/2 Teel. Salz
1 Messersp. Currypulver
1 Messersp. Rauchsalz
2 Eier
2 Datteln
5 Gramm Herbsttrompeten (Trockenpilze)
Perlhuhnfond
Süßholzwurzel
Weißer Portein
Weiße Gelatine

Quelle:
frei nach Bolli`s Kitchen
– Erfasst *RK* 25.02.2008 von
– www.einfachkoestlich.com


Zubereitung:
Das Perlhuhn (ca. 1 kg brutto) vom Metzger zerteilen lassen: Haut abziehen, Brust filettieren, Flügel und Keulen entbeinen (alle Reste und Knochen für eine Suppe mitnehmen!). Grobe Sehnen aus dem Geflügelfleisch entfernen, Brüste längs in je 3 Streifen teilen, restliches Fleisch würfeln.

Schalotte und Knoblauchzehe feinst würfeln und in Butter glasig und weich dünsten. Etwas abkühlen lassen, dann zum Fleisch geben. Würzen mit 1 TL Salz, 1 Prise Zucker, schwarzem Pfeffer, Piment d’Espelette (oder mildem Chilipulver) und 25 ml weißem Portwein. Alles mit den Händen gut vermengen und über Nacht im Kühlschrank abgedeckt ziehen lassen.

Am nächsten Tag 4-6 Brustfiletstreifen beiseite legen. Trockenpilze 30 min. in heißes Wasser legen, dann herausnehmen und ausdrücken, Einweichwasser aufheben, Datteln in Stifte schneiden und in etwas Portwein einweichen.

Kalbfleisch grob würfeln und mit dem restlichen Perlhuhnfleisch im Cutter klein häckseln oder 2x durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Eier mit 20 g fast flüssiger Butter verschlagen, zur Fleischmasse geben, würzen mit 1 gestrichenen TL Salz, schwarzem Pfeffer, je 1 Messerspitze Currypulver und Rauchsalz.


Eine Terrinenform von etwa 800 ml Inhalt mit Backpapier oder Folie auslegen. Etwas von der Fleischfarce einfüllen. Außen jeweils 1 Streifen Dattelstifte, innen die Hälfte der ausgedrückten Pilze darauf legen, mit Fleischfarce abdecken. Jetzt 2 bis 3 Brustfiletstreifen des Perlhuhns längs auf die Farce lagen, wieder abdecken, nochmals Datteln und Pilze, wieder Farce, die restlichen Brustfilets und abschließend die restliche Farce in die Form füllen.
Mit Papier abdecken und verschließen.


Die Form im Wasserbad bei 160 Grad C im Ofen ca. 105 min. backen. Abkühlen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Aus der Perlhuhnkarkasse, der Haut und den Abschnitten mit 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 3 Stängeln Petersilie, 1 Tl. Salz einen Fond kochen, dann abseihen und auf die Hälfte einkochen lassen. Etwa 200 ml abnehmen, mit dem Einweichwasser der Pilze, der Dattelmarinade, einem guten Schuss Portwein, einem winzigen Stückchen Süßholzwurzel etwa 3 min. kochen lassen. Vier Blatt weiße Gelatine (oder 6 g gemahlene Gelatine) einweichen, dann im Sud auflösen, mit Salz abschmecken, etwas abkühlen lassen.

Die etwas geschrumpfte Terrine aus der Form nehmen, kleine Hölzchen als Abstandhalter auf dem Boden der Form verteilen, Terrine wieder mittig hineinstellen und ringsum mit der Sülze auffüllen, abdecken und erneut für mindestens 24 Std. gut kühlen.

=====


Datteln und Pilze bringen zusätzliche Aromen an die Farce. Man könnte auch Steinpilze verwenden, aber die fast schwarzen Herbsttrompeten, die man deshalb auch Totentrompeten nennt, sehen im Anschnitt hübscher aus.

Das Einweichwasser der Trockenpilze bringt zusätzlich Geschmack in den Gelee, und ein winziges (!) Stückchen Süßholzwurzel sollte auch darin aufgekocht sein.


Die ersten Scheiben sind natürlich für Bolli reserviert.

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Rot/Grün in Dick/Dünn

04.03.2008 vonFranz

Zugegeben, der lange, dünne Trevisiano ist auch mir der liebste, es gibt ihn bei uns aber eigentlich nur im Frühjahr. Und bevor ich leer ausgehe, greife ich auch bei anderen Sorten ausgiebig zu. Ob rot oder grün, dick oder dünn: Radicchio gehört zu meinen Grundnahrungsmitteln und muss mir deshalb stets verfügbar sein. Daneben gibts ja noch den Chicoree und den inzwischen auch in Rot. Liebhaber des bitteren Wohlgeschmacks können sich also vielfältig sattessen, rundum rund ums Jahr.

Hier ist eine schöne Vorspeise, ein lauwarmer Linsensalat mit Radicchio, den Ilva von Lucullian delights vor einiger Zeit gepostet hat und den ich inzwischen schon häufig in meiner Variante zubereitet habe, mit Trevisiano, mit rundem Radicchio und auch schon mit Chicoree.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Linsensalat mit Radicchio
Kategorien: Salat, Vorspeise, Italien
Menge: 4-6 Portionen


Zutaten:
150 Gramm Kleine Linsen (Berglinsen / Puy)
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
1/4 Vanillestange
Salz
1/2 Kopf Radicchio
1 Prise Zucker
1-2 Stangen Bleichsellerie
2 Essl. Kapern
1/2 Teel. Getrockneter Oregano
1 Zitrone (Saft)
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Quelle:
frei nach Lucullian delight
– Erfasst *RK* 25.02.2008 von
– www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:
Eine Marinade rühren aus Zitronensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer,
Kapern und Oregano.

Linsen mit einer Schalotte, einem Stückchen Vanillestange und einer
Knoblauchzehe in 350 ml Wasser aufkochen und ca. 18 min. auf kleiner
Flamme weich kochen. Etwa nach der Hälfte der Kochzeit salzen. Dann
abgießen, Gewürze entfernen und mit der Marinade übergießen, etwa 30
min. ziehen lassen.

Radicchio in etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Dicke weiße
Blattteile aussortieren. Bleichsellerie in dünne Scheibchen
schneiden und mit den aussortierten dicken Radicchiostreiefn in
Olivenöl mit einer Prise Zucker karamelisieren lassen.

Die marinierten Linsen, die angebratenen Gemüse und die feinen roten
Radicchioblättchen mischen, nochmals abschmecken und mit Crostini
servieren.

=====

Ob man die Blätter mehr oder weniger stark anbrät und schmort, hängt vom eigenen Geschmack ab. Mein Geheimtipp ist, die Linsen mit einem Stückchen Vanilleschote zu kochen.


Und was essen wir dazu? – Crostini, mit Knoblauch eingerieben, etwas Olivenöl und Meersalz drauf.
Und was trinken wir dazu? – Am liebsten einen Tocai Friuli. Auch ein Tipp.


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Arme Ritter

02.03.2008 vonFranz

„Arme Ritter sind in England (Poor Knights of Windsor), den USA (French Toast), Frankreich (pain perdu), Russland (grenki), Spanien (torrijas) und Holland (wentelteefje) bekannt. In Teilen Bayerns und Österreichs heißen sie Pofesen (oder Pavesen, Bavesen),“ weiß WIKIPEDIA.

Ich weiß, dass fast jeder dieses köstliche Frühstück oder Dessert oder Zwischendurchgericht aus dem ff kennt. Dennoch soll es nicht in meinem Web-Kochbuch fehlen.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Arme Ritter mit glasierten Äpfeln
Kategorien: Dessert
Menge: 4 Portionen


Zutaten:
2 Eier
50 ml Sahne
4 groß. Scheiben Brot, ca. 2 cm dick
Butter
1 groß. Apfel
Zitronensaft
Salz
Zucker
Puderzucker
Frische Minze

Quelle:
– Erfasst *RK* 25.02.2008 von
– www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:
Eier mit Sahne verquirlen. Aus den Brot pro Person 2 Scheiben von
etwa 8 cm Durchmesser ohne Rinde ausstechen und etwa 5 min. in der
Eimischung von beiden Seiten ziehen lassen. Dann in einer Pfanne mit
Butter langsam bei kleiner Flamme goldbraun ausbacken. Vor dem
ersten Wenden die Brottaler mit etwas Salz und Zucker bestreuen.
Dann die zweite Seite ebenfalls zuckern und nochmals karamellisieren
lassen.

Apfel schälen und in etwa 1/2 cm dicke Scheiben schneiden, kurz in
Zitronensaft (oder auch Fruchtessig) marinieren lassen. Dann in
einer zweiten Pfanne ebenfalls in Butter langsam glasieren lassen,
dabei auch beidseitig zuckern.

Apfelscheibchen mit jeweils 2 Scheiben des ausgebackenen Brotes
servieren. Bratreste der Apfelscheiben mit etwas Saft oder Essig
ablöschen und sirupartig einkochen lassen, über die Äpfel geben.
Brot mit Puderzucker bestäuben, mit einem Zweig Minze dekorieren.

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Arme Ritter kann man aus vielen Brotsorten zubereiten, hier ist es ein Bauernmischbrot. Es muss also nicht immer Brioche sein.

Besonders köstlich ist, die Bratrückstände der Äpfel mit etwas Fruchtsaft oder -essig, z. B. Feigenbalsamico, abzulöschen und einzukochen.



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