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Bocconcino Tricolore

30.07.2008 vonFranz

„Leckerbissen“ ist Italienisch „Bocconcino“. Manchmal ist damit auch ein „knuspriges“ Mädchen gemeint. Und „Tricolore“ ist nicht einfach grün – weiß – rot, sondern natürlich Basilico – Mozzarella – Pomodori, schließlich geht es hier ums Essen, si si.

Seit Wochen experimentiere ich mit einem Auberginen-Rezept. Vorlage war eine Vorspeise von Carmelo Greco aus einer TV-Sendung der Reihe „Hessen a la carte“.

Da wurden dicke Auberginenscheiben frittiert, mit einer Würzsauce (Tomatenstückchen, Peperoncini, Kapern, Balsamico, Salz, Zucker und Pfeffer) und mit Basilikum-Pesto bestrichen

und schließlich mit Büffelmozzarella überbacken. Sieht gut aus, schmeckt auch gut. Aber die Auberginen sind mir zu fettig und ihre Schale wird beim Frittieren ungenießbar hart.

Also das Ganze von vorn: Auberginen längs halbieren, mit einer Gabel ein paar mal einstechen und im heißen Backofen (175 Grad) etwa 20 min. brutzeln lassen, bis sie gebräunt und weich sind. Dann das Fruchtfleisch aus den Schalen löffeln, etwas klein schneiden, mit 1/2 Knoblauchzehe, feingehackt, etwas Oregano, einer Prise Zucker, dem Saft von einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer würzen und mit untergehobenem Eischnee (etwa 100 g von 2 Eiern auf 350 g Auberginenfleisch) zu einer dünnen Teigplatte backen.


Schließlich mit einem Dessertring Kreise ausstechen und wiederum mit Würzsauce und Mozzarella schichten, überbacken.

Die Dinger schmecken perfekt, sehen aber leider wie Hamburger aus und sind mir insgesamt viel zu üppig geraten. Also: dünne Auberginenplätzchen, kleinerer Durchmesser, nur einfach schichten. Und zur Deko vielleicht ein paar Auberginenchips: hauchdünne Scheibchen in Frittierfett kross gebacken.

Letztens stieß ich im Piemont-Buch der Duttenhofers auf folgendes Rezept:


========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Auberginen mit Käse (Melanzane con Fiontina)
Kategorien: Vegetarisch, Vorspeise
Menge: 4 Personen

Zutaten:
2 Auberginen
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Fontinakäse in 0,5 cm dicken Scheiben
Basilikum

Quelle:
Meuth/Duttenhofer “Piemont – Küche, Land, Leute”
– Erfasst *RK* 28.07.2008 von
– http://www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:
Auberginen in 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit Öl einpinseln, salzen, pfeffern und auf einem geölten Backblech etwa 15 min. im 200 Grad heißen Ofen backen. Dann mit Käsescheiben belegen und weiter 5 min. backen bis der Käse schmilzt. Mit Basilikum dekoriert servieren.

=====

Anders als in der Pfanne gebraten bleiben so die Scheiben saftig ohne von Öl zu triefen und zerfallen nicht so leicht. Das Garen dauert bei 200 Grad C mit Umluft etwa 20 bis 25 min. – es bilden sich gut die Röststoffe, die meiner Meinung nach unbedingt zu Auberginen gehören. Nach 15 min. wird einmal gewendet.


Anders als im Rezept oben finde ich ein paar Scheibchen würzige Cherrytomaten auf den Auberginen durchaus passend und statt mit Fontina wurde alles nochmals kurz mit ein paar Scheiben „Bergkäse“ überschmolzen. Für mein Pesto hatte ich statt Pinienkerne reichlich Haselnüsse verwendet. Und siehe da: Bocconcino Tricolore, endlich kann ich zufrieden sein!


Hinten auf dem Teller sieht man einen Spaghetti-”Taler”, den ich aus Nudelresten als Beilage im Ofen mitgebacken habe.
Und die Auberginenschale? Im Backofen wird sie nicht ganz so hart, wie im Frittieröl. Dennoch werde ich bei den Auberginen demnächst ein paar Streifen der Schalen ringsum abschälen.


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wurst things on my mind

25.07.2008 vonFranz

Die besten Frikadellen sind die übrig gebliebenen, in dünne Scheiben geschnittenen und mit Senf bestrichen aufs Brot gelegten. Weil man nun nicht ständig Buletten backen möchte, gibt es das Zeugs als fertigen Brotbelag in Dosen und Gläsern oder als Aufschnitt beim Metzger des Vertrauens. Da heißt es dann „Frühstücksfleisch“ oder „Heidefrühstück“ oder schlicht „Zwiebelwurst“. Im Grunde ist es immer Hackbraten. Und ein gesundes Misstrauen bezüglich der verarbeiteten Zutaten ist meist auch angebracht.

Neulich, zu Besuch in der schönen Stadt Kassel, stieß ich in den Auslagen der Markthallenmetzger auf „Weckewerk“. Weckewerk wird warm gebraten gegessen. Genaueres dazu erfährt man hier.Mir war nicht nach Schwarten und Innereien zumute, aber der Gedanke an ein Hackbratenbrot lies mich nicht mehr los.

Eigentlich hatte ich mir verboten, neben dem Kochen und Backen jetzt auch noch zu wursteln. Andererseits hatte ich mir z. B. Zorras Erfahrungen säuberlich archiviert.
Nein, ich wollte keinesfalls mit Därmen hantieren.
Ja, das Frühstücksfleisch muss her. Aber selbstgemacht, aus kontrollierten Zutaten, sozusagen.

So entstanden zwei Hackfleisch-Brotbeläge, die man vielleicht noch nicht „Wurst“ nennen kann, die aber, obwohl ohne Schweinefleisch hergestellt, schweinemäßig lecker sind.

Alles begann mit einer Gemüsezwiebel von etwa 400 g Lebendgewicht. Die habe ich geschält, in feine Streifen geschnitten und in etwas Öl auf mittlerer Flamme so lange gebraten, bis sie sich leicht bräunlich färbte. Kurz vor Ende der Schmorzeit kamen 2 feingehackte Knoblauchzehen noch dazu.

Nach dem Schmoren werden noch etwa 200 g Zwiebelmus übrig sein, die lässt man etwas abkühlen und mixt sie dann auf.

Je eine Hälfte des Zwiebelmus wird jetzt abgekühlt unter je 500 g Hackfleisch gerührt. Zur absoluten Kontrolle dreht man das Fleisch selbst durch den Wolf. Oder man bittet den Metzger, dies mit ausgesuchten Fleischstücken zu tun. Ich vertraue meinem Türken. Der hat reines Rinderhackfleisch und ein anderes, gemischt aus Kalb- und Lammfleisch.

Zu beiden getrennten Hackfleischsorten kommen nun je:
30 g Panniermehl
2 verschlagene Eier (Klasse M)
15 g Meersalz

Zum Rinderhack außerdem:
15 Pimentkörner und 30 schwarze Pfefferkörner, gemahlen
0,5 g Muskatblüte, gemahlen
0,5 g Koriandersamen, gemahlen
0,5 g Currypulver
0,5 g Rauchsalz
0,5 g Majoran, gerebbelt
4 g Paprikapulver edelsüß
1 g Paprikapulver scharf

Zum Kalb-/Lammhack außerdem:
1 g Kreuzkümmel, gemahlen
5 g Ras el-Hanout (Gewürzmischung)
4 g Paprikapulver scharf
5 g scharfe Salsa

Die Gewürze gründlich unter das Hackfleisch mischen.

Dann in getrennte Terrinenformen von je knapp 1 L Volumen füllen, gut andrücken, damit keine Hohlräume entstehen. Die Terrinenformen habe ich mit Backpapier ausgelegt, damit sich das Hackfleisch später leichter herausnehmen lässt. Formen mit Deckel oder Alufolie verschließen.

Den Backofen auf 150 Grad C vorheizen. Die Terrinen in eine passende Auflaufform mit heißem Wasser setzen, dass sie bis zur Hälfte im Wasser stehen. Nach 90 min. den Ofen ausschalten und die Terrinen im geschlossenen Ofen abkühlen lassen (z.B. über Nacht?). Terrinen im Kühlschrank mindestens 12 Stunden gut durchkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und nach Bedarf dünn aufschneiden.

Weiteren Experimenten steht nun nichts mehr im Wege:
warum nicht kleine, magere Fleischstückchen unter den Teig rühren oder Filets einlegen?
Warum das Ganze nicht einmal mit Geflügel oder Fisch versuchen, mit Gelatine statt Eiern, mit Sherry, Pastis undsoweiter undsofort?

Zurück zum „Weckewerk“.
Natürlich sollte man das auch mal probieren, am besten aus den Markthallen in Kassel, die immer einen Besuch wert sind. Ich würde das „Weckewerk“ beim Fleischer Martinek kaufen. Der hat auch jede Menge Rindswurst-Spezialitäten, z.B. auch zum Grillen.


Dann das leckere Steinpilz-Pesto vom Olivenstand.
Oder die gefüllten Minitomaten vom Italiener auf der oberen Etage.
Und die herrlichen Pilze direkt oben am Eingang oder Gemüse vom Bauernmarkt draußen …



Übrigens: very british, das geduldige Anstellen der Kasseler, Kasselaner und Kasseläner – aber das ist eine andere Geschichte



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Auf die Teller – fertig – los!

21.07.2008 vonFranz


Nicht jeden Tag ist Zeit, groß zu Kochen, da muss es schonmal schnell gehen, aber schmecken soll es dennoch gut! Mein Vorschlag: Spaghettini mit Spinat und Bärlauch-Pesto.
Wie gut, dass vom Pesto noch etwas im Kühlschrank steht – das hält lang, wenn es mit einer Ölschicht bedeckt ist. Spinat ist schnell gekauft, der Rest sowieso immer im Haus.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Spaghettini mit Spinat und Bärlauch-Pesto

Kategorien: Pasta, vegetarisch

Menge: 4 Portionen

Zutaten:

500 g Spaghettini

3 Handvoll frischer Blattspinat

200 ml Sahne

1 Zitrone

Zucker

2 Eier

Muskat

Piment d’Espelette

Pfeffer

Salz

Bärlauch-Pesto

Parmesan

Quelle:

– Erfasst *RK* 21.07.2008 von

– http://www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:

Salat putzen, Stiele entfernen, in Streifen oder Stücke schneiden.

Nudelwasser aufkochen (20 g Salz pro Liter Wasser!) und die kleingeschnittenen Spinatblätter kurz blanchieren, herausfischen und abtropfen lassen.

Sahne mit den Eiern und den Spinatstielen aufmixen, Saft von einer Zitrone und einen gestrichenen Teelöffel Zucker unterrühren, abschmecken mit Muskat, Piment d’Espelette, Pfeffer und Salz.

Spaghettini nach Packungsanweisung bissfest garen, etwas Nudelwasser abnehmen um die Feuchtigkeit des Gerichts später einzustellen, Pasta abgießen.

Sofort die Spinatsahne, 1 EL Bärlauch-Pesto und die Spinatblättchen unter die heiße Pasta rühren. Kurz ziehen lassen, dann bei Bedarf mit dem restlichen Nudelwasser anfeuchten.

Pasta auf tiefe Teller verteilen, pro Teller 1 TL Bärlauch-Pesto zusätzlich auf die Pasta verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

=====

Natürlich funktioniert das auch ohne Bärlauch-Pesto. Dann sollte allerdings eine Knoblauchzehe über die heißen Nudeln gepresst werden.

Kein frischer Spinat da? – Dann halt den mit dem Blubs nehmen.

Und eine große geröstete Zwiebel dazu.


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Wenn Götter speisen

08.07.2008 vonFranz


greifen sie naturgemäß zu Götterspeise – wonach sonst?
Ich kann die Götter gut verstehen, besonders seit ich Kolja Kleebergs göttliches Dessert nachgekocht habe.

Hier geht es nicht um Koljas Variante vom „Wackelpeter“. Die ist zwar auch nicht schlecht – ach Gottchen – aber sie ist nichts gegen die Gebrannte Götterspeise – beim ZEUS!

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4

Titel: Gebrannte Echte Götterspeise
Kategorien: Dessert
Menge: 12 – 15 Portionen

Zutaten:
Für den Biskuit:
375 g Marzipan-Rohmasse
225 g Vollei
50 g Eigelb
85 g Mehl T 550
2 1/2g Backpulver
115 g Butter
150 g Himbeergrieß, tiefgefroren (aus dem Konditoreibedarf, ansonsten zerkleinert man tiefgefrorene Himbeeren)

Für das Beerengelee:
100 g Zucker
1 Zimtstange
2 Nelken
250 ml Rotwein
500 g Beerenmix, tiefgefroren
8 Blatt Gelatine á 2 g

Für die Vanillecreme:
330 ml Milch
135 g Zucker
1 Vanilleschote
1 Ei
50 g Puddingpulver oder Stärkepulver
330 g Creme fraiche
5 Blatt Gelatine à 2 g

Zusätzlich:
100 g Blaubeeren
1 Vanilleschote
100 ml süße Sahne
1 EI Zucker brauner Zucker zum Karamellisieren
100 ml Milch zum Aufschäumen
Sojalecithin oder Eiweiß (als Schaum-Stabilisator)

Quelle:
frei nach “Kolja Kleeberg – Das VAU-Kochbuch”
– Erfasst *RK* 6.07.2008 von
– http://www.einfachkoestlich.com

Zubereitung:Den Ofen auf 200 Grad C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Für den Biskuit der Götterspeise die Marzipanmasse leicht erwärmen. Mit Vollei und den Eigelben glattrühren und schaumig schlagen. Das Mehl und das Backpulver fein sieben, unter die schaumige Masse heben. Die Butter flüssig werden lassen und unter die Masse ziehen.


Die tiefgefrorenen Himbeeren im Cutter rasch zu Himbeergrieß zerkleinern und zum Schluss unterheben. Dabei zügig und so kurz wie möglich rühren, damit der Teig sich nicht rosa färbt.

Ein 1 cm hohes Backblech mit Backpapier auslegen, die Masse einfüllen und ca. 20 Minuten gleichmäßig hellbraun backen. Das Blech dabei evtl. 1 x drehen. Den Biskuit abkühlen lassen.


Eine Form von ca. 1 1/2 l Inhalt mit Klarsichtfolie auslegen. Den ausgekühlten Biskuitboden vom Backpapier abziehen und die abgezogene Seite mit einem Messer säubern und glattschneiden. In Längsform der Terrine einen unteren und einen oberen Boden aus dem Biskuit schneiden. Den unteren Boden mit der gebräunten Oberfläche nach unten in die Form legen.

Für das Beerengelee der Götterspeise den Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Die Gewürze zugeben, den Karamell mit Rotwein ablöschen und loskochen. Die Gewürze entfernen, die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und in der noch warmen Flüssigkeit auflösen. Den Beerenmix tiefgekühlt einrühren. Sofort auf dem unteren Boden in der Form verteilen und glattstreichen.

Für die Vanillecreme der Götterspeise 300 ml Milch mit dem Zucker und der Vanilleschote aufkochen. Die Vanille entfernen. Die restliche Milch und das Ei mit der Stärke verrühren. Die angerührte Milch in die kochende Masse einrühren und binden. Die Creme fraiche unterrühren. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken, in der Vanillemischung auflösen. Abkühlen lassen, dann auf dem Beerenmix in die Form verteilen. Fest werden lassen, dann den oberen Boden mit der gebräunten Seite nach oben auflegen.

Das Ganze mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht zur Götterspeise durchkühlen.

Die Blaubeeren waschen und abtropfen lassen. Das Mark aus der Vanilleschote kratzen. Die Sahne zusammen mit dem Zucker leicht aufschlagen. Einen Teil der Blaubeeren pürieren und zusammen mit den ganzen Blaubeeren leicht unter die Sahne heben.

Etwas Milch aufkochen, das Vanillemark und einen halben Teelöffel Sojalecitin oder etwas Eiweiß dazugeben und mit dem Stabmixer aufschäumen.

Die Götterspeise vorsichtig aus der Terrine nehmen und in Scheiben schneiden, auf Teller legen, mit braunem Zucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner vorsichtig karamellisieren.Dabei darauf achten, dass die Gelatine im Beerenmix sich nicht zu sehr verflüssigt.

Die Blaubeersahne neben die gebrannte Götterspeise anrichten. Mit dem Milchschaum benetzen und mit Früchten ausdekorieren.

=====

Die Mengenangaben sind reichlich bemessen. Wer wie ich (laut Rezeptüberschrift) mit 4 Portionen rechnet, staunt über eine Ausbeute, die auch 12 bis 15 Menschen glücklich macht.


Mit der Terrine muss man etwas vorsichtig umgehen. Der obere Teigdeckel hält nicht gut an der Vanillecreme weil er erst aufgesetzt werden kann, wenn die Creme fast steif ist.
Beim Schneiden sollte man die einzelnen Scheiben mit einer großen Palette abstützen und auffangen. Am besten schneidet man die Seitenflächen auch etwas sauberer nach.


Sojalecithin als Schaumstabilisator bekommt man als Nahrungszusatzstoff in der Apotheke und im Reformhaus. Das ist wesentlich billiger als das Pülverchen von Ferran Adria. Man kann auch Eiweiß verwenden. Dazu braucht man allerdings ein bisschen Erfahrung.

Wenn auch die ganze Prozedur etwas kompliziert anmutet – es ist nicht so schwierig und wenn man es einmal gemacht hat, kriegt man’s hin mit Links.

Und weil es so gut schmeckt, und weil nicht nur in der Deko, sondern auch im Beerenmix reichlich Johannisbeeren drin sind, wollte ich dies Rezept auch als meinen Beitrag zum Blog-Event Johannisbeeren des Gärtnerblogs beisteuern. Schade – schon vorbei.

( – Flüster -) Dann bleibt die göttliche Gebrannte Götterspeise eben mein Geheimtipp …

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Im Paradies

07.07.2008 vonFranz


Einen wunderschönen Sonntag haben wir erlebt bei unseren Freunden draussen weit vor der Stadt. Mit köstlichem Pflaumenkuchen vom Blech, göttlichem Marillenschnaps, ein paar guten Boule-Runden, viel Rotwein, leckeren gedämpften Fleischbällchen vom Auerochsen – in dieser Reihen-, aber nicht Rangfolge. Dazu viel, viel Spaß und interessante Gespräche: ein Tag, der uns noch lang in Erinnerung bleiben wird.

Unsere Freunde heißen nicht Adam und nicht Eva, leben aber trotzdem wie im Paradies. Ein paar mal habe ich schon über “Evas” Küchenkünste gebloggt, z.B. bein Vin d’orange oder bei den schwarzen Nüssen, für die ich auch wieder einen Korb voll grüner Walnüsse für den diesjährigen Ansatz von Wein und Likör mit bekam. Es waren wieder so viele, dass ich auch ein großes Glas für schwarze Nüsse angesetzt habe.

Im Grunde könnten sich die beiden auf ihrem Grundstück rundum selbst versorgen: Da ist reichlich Land für ein paar Morrschnucken und andere Schafe, da stehen alte Obst- und Nussbäume und da ist ein großer Nutzgarten, in dem eine Vielfalt an Pflanzen in so vielen Sorten wächst, dass ich sie hier gar nicht alle nennen könnte.

Das alles wächst nicht von alleine, sondern sind Ergebnisse wirklich harter, oft Knochen- Arbeit, Tag für Tag rund ums Jahr. Aber der Lohn sind Früchte, Gemüse, Kräuter und Salate mit einem Geschmack und von einer Qualität, wie man sie nirgens für noch so viel kaufen kann.


Zu Allem wurden wir obendrein noch reich mit Salaten, Wurzeln, Himbeeren und essbaren Blüten beschenkt, dass es heute bei uns zunächst einen grünen Salat mit Blütenblättern als Vorspeise gab, mit etwas italienischem Rotweinessig und Olivenöl beträufelt, mit wenig schwarzem Pfeffer und ein paar Körnern Fleur de Sel – ein Genuss.


Ein schönes Aroma brachten auch die ausgezupften Blütenknospen einer “geschossenen” Gartenzwiebel an den Salat.


Als nächstes sind morgen die Wurzeln dran und der Spinat. Schaun mer mal was draus wird.


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Glückliches Gastmahl

04.07.2008 vonFranz


Glück gehabt mit dem Wetter. Spaß gehabt mit den Gästen. Und was Leckeres zu essen stand auf dem Tisch.

Die schwarzen Knubbel gab’s auch schon eine Woche zuvor – scheinbar. Denn an diesem Abend waren sie nicht mit selbstgepökeltem Stockfisch gefüllt, sondern aus einer Creme von geräucherter Makrele, pürierten Kartoffeln, Limettensaft, Salz und Piment d’Espelette. Das Ganze wieder in geschwärztem Paniermehl gerollt, serviert auf einer eiskalten Linsen-Tomatencreme die ich hier schon einmal vorgestellt habe und dekoriert mit Zitronenjoghurt und blanchiertem Queller, einer Algenart, die nicht nur hübsch aussieht, sondern auch eine salzige Komponente ans Gericht bringt. Richtig: Kolja Kleebergs VAU-Kochbuch ist zur Zeit mein Küchenschmöker und später kommt noch mehr daraus.

Laut Wettervorhersage sollte der Dienstagabend recht warm werden, aber nicht schwül, und auf alle Fälle trocken. – Stimmte zu hundert Prozent, und so lag ich auch mit der zweiten kalten Vorspeise richtig: marinierte Zucchinistreifen und Fenchelscheiben, so zubereitet wie hier und zusätzlich ein feiner Tintenfischsalat, den die Duttenhofers ein paar Tage vorher in ihrer TV-Sendung vorgestellt hatten.

Dazu werden gesäuberte weiße Tintenfisch-Tuben in dünne Streifchen geschnitten und für eine knappe Minute in heißem Salzwasser gekocht. Noch warm kommen Zitronensaft und Olivenöl dazu, Salz, feingehackte Zwiebel, Peperoncini und Basilikumstreifen. Nur kurz gebrüht bleiben die Fischstückchen zart und entwickeln lauwarm serviert ihren feinen Geschmack, einfach und köstlich! Die Tintenfisch-Tuben hatte ich mir tiefgekühlt in der Metro gekauft. Ich fand sie sehr gut.

Alternativ hätte es (so, wie bei einem Essen mit Freunden in der Woche davor) glasierten Wildlachs geben können. Neben der Thymiansauce gab es als Beilage gebratene Streifen von Artischockenböden dazu, mit Knoblauchwürfelchen und gehackter Petersilie.

Stücke vom Lammrückenfilet werden in Butterschmalz und Butter bei mittlerer Hitze in der Pfanne beidseitig angebraten und dabei immer wieder mit der Bratbutter übergossen. Wenn sie leicht Farbe genommen haben, kommen sie auf einen gewärmten Teller bei 100 Grad C Ober/Unterhitze in den Ofen und ziehen dort für 10 min. nach. Dann kommen sie nochmals kurz in die Bratpfanne und werden z. B. wie hier mit Spitzkohl serviert. Tarte Tatin von Tomaten und Schalotten passt auch sehr gut dazu..

Besonders köstlich wird das Fleisch, wenn man es zuvor etwa 4 Tage die Kräuteraromen von getrocknetem Wiesenheu aufnehmen lässt. Dazu ruhen die fertig parierten Fleischstücke von Filterpapier geschützt zwischen zwei Lagen leicht befeuchtetem Heu in einer Auflaufform. Das Ganze wird mit Frischhaltefolie eingewickelt und kommt in einen sehr kalten Kühlschrank. Ich stelle sie in meinen etwa +4 Grad kalten Weißwein-Kühlschrank im Keller.


Eine dickflüssig eingekochte Lammsauce muss separat bereitet werden: aus den Parüren, aber zusätzlich auch ein paar Stücken Lammhals oder –schulter ohne viel Fett, die man anbrät und wie gewohnt mit Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten, Karotten in Rotwein und Wasser stundenlang köchelt und mit Kräutern, Kalbsjus, einem Schuss Cognac (!) und wenig Sahne schließlich zu einem Geschmackskonzentrat veredelt, von dem man nur ein paar Tropfen zum Fleisch braucht.

Zum Abschluss hatte ich wieder in Koljas VAU-Trickkiste gegriffen:


Götterspeise – so gut (und komplex), dass ich darüber separat bloggen muss.


Dazu gebratene ( in der heißen und trockenen Grillpfanne) und geschmorte (mit Amarettolikör übergossene) Pfirsichhälften und Waldbeeren in Vanillesahne.

Glückliche Gäste, glückliche Gastgeber.


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