Pasta banale?
30.10.2008 vonFranz

Manchmal sind es gerade die einfachen Gerichte, die mir besonders lecker schmecken. So wie letztens: Pasta alla salvia con borlotti – Salbeinudeln mit Bohnen. Bei uns weniger gebräuchlich, in Italien jedoch werden Teigwaren gern mit Hülsenfrüchten kombiniert. Und wenn die zart cremigen Borlottibohnen aus den schönen rot-weiß-gestreiften Schoten auf selbstgemachte Salbeipasta stößt, kann das schon zu einer kleinen Geschmackssensation führen …
Am Vorabend sollte der Nudelteig zubereitet werden: aus 200 g feinem Hartweizengries, 50 g Weizenmehl, 2 Eiern, 1 EL Olivenöl, 20 ml Wasser, einer guten Prise Salz und einem Hauch Zucker. Außerdem kommen 8 schöne große Salbeiblätter, fein geschnitten dazu. Vielleicht muss noch ein bisschen Mehl dazu oder ein paar Tropfen Wasser, das hängt ganz von der Größe der Eier ab. Wenn alles schön weich verknetet ist, ruht der Teig über Nacht in Frischhaltefolie verpackt im Kühlschrank.
Am nächsten Tag wird er am besten in 3 Portionen hintereinander auf einem gut bemehletn Brett so dünn wie möglich mit dem Nudelholz ausgerollt. Dann wird die Teigfläche nochmals gut bemehlt, aufgerollt und quer in nicht zu breite Tagliatelle-Röllchen geschnitten. Die müssen sofort wieder entrollt werden damit sie nicht zusammenkleben und werden locker auf einem gut bemehlten Blech ausgebreitet und mit einem Tuch abgedeckt bis zum Kochen kühl aufbewahrt. Man könnte sie so auch trocknen, wenn man sie ab und zu vorsichtig auflockert.
Gekocht werden die Nudeln später etwa 4 min. lang in stark gesalzenem, leicht siedendem Wasser.
Für 4 Saucen-Portionen nehmen wir etwa 800 g Borlottischoten, palen die Kerne aus den Schoten, das müssten dann so etwa noch 400 – 500 g sein, und bringen sie mit Gemüse- oder leichter Hühnerbrühe bedeckt zum Kochen. Gewürzt wird mit 2 Knoblauchzehen, einem Lorbeerblatt und einer fein gewürfelten Schalotte. Nach etwa 20 min. sind die Bohnen weich. Das Lorbeerblatt hat genug Aroma abgegeben, es wird entfernt, die Hälfte der Bohnenkerne wird aus dem Sud gefischt und beiseite gestellt. Restliche Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch werden mit dem Mixstab fein püriert. Eventuell muss noch etwas Brühe oder Wasser dazu, damit eine samtige Sauce entsteht. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Piment. Schließlich wird ein großes Stück Butter eingemixt, die restlichen Bohnenkerne kommen wieder dazu und werden erwärmt.
Das Ganze wird über die abgetropften Nudeln in die Teller verteilt, nochmals feine Salbeistreifchen, frisch geschroteter schwarzer Pfeffer, ein paar Spritzer frisches Olivenöl und nach Geschmack etwas frisch geriebener Parmesan darüber gestreut. Einfach, schlicht und oberköstlich.
Nix Pasta banale.
Und zu Weihnachten mit ein paar Trüffelspänen statt Parmesan? – Pasta divina!

Übrigens wieder aus der aktuellen LA CUCINA ITALIANA (6/2008 – Seite 103), natürlich etwas verändert und ein bisschen veredelt.











































