Man at work
23.02.2009 vonFranz

Bei der Arbeit fotografiert Mann nicht gern, denn das, was Mann da erarbeitet hat, will Mann schließlich auch noch essen. Genauer gesagt: genießen. Und das ist bei kalt gewordenen oder zusammengefallenen Gerichten kaum möglich, selbst, wenn’s die schönsten Kreationen sind und mit bester Absicht zubereitet. Zudem hocken mir meist hungrige Menschen im Nacken, die Messer gewetzt, mit Speichelfluss und laut knurrenden Magen: mit denen legt Mann sich besser nicht an.
Also, wenn schon Foodfotos, dann bitte unauffällig und etwas plötzlich!
Damit die Bilder dennoch appetitlich gelingen, habe ich mir eine kleine Fotoecke neben dem Herd eingerichtet.
An der weiß gefliessten Rückwand klebt ein weißer Karton, der ist rasch auf den Tisch gezogen und fertig ist die Hohlkehle, auch “Endlos-Hintergrund” genannt. Ein paar Saucenkleckse darauf machen nix, die lassen sich später im Photoshop löschen, und gegen ein frisches ausgetauscht ist das Blatt auch schnell.
Wichtig ist mit die immer gleiche Licht-Qualität und -Farbe. Deshalb fotografiere ich mit Blitz. So vermeide ich Farbstiche in den Fotos und brauche kein störendes Stativ in der Kampfbahn – “aus der Hand”- Knipsen geht viel schneller und der Blitz friert jeden Wackler weg.

Direkt drauflos zu blitzen ist natürlich nicht so schön. Für’s indirekte Blitzen habe ich mir einige kleine Geräte besorgt, deren Leistung sich in 3 Stufen schalten läßt: voll – halb – viertel. Mehr braucht es nicht. Das richtige Lichtverhältnis kann man durch Testreihen herauskriegen.
Zwei dieser Blitze hängen an kleinen Klemmstativen mit Kugelköpfen am Küchenregal direkt über meinem Fotoplatz. Der linke feuert direkt nach hinten auf die Wand und unters Regal (Leistung auf 1/2). Der rechte Blitzt zielt nach hinten rechts an die Wand und in die rechte Ecke (volle Leistung). Der dritte Blitz sitzt auf der Kamera und leuchtet unter das Regalbrett (Leistung 1/4). Gleichzeitig löst er die beiden anderen Blitze, die auf Fotozellen stecken synchron mit aus. Kein Gehampele mit Vor- oder Messblitz, einfach austesten, welche Aufnahmeblende an der Kamera die richtige ist – fertig.
Der Effekt entspricht einem Lichtzelt mit Licht von oben, hinten und von der Seite. Den Vordergrund könnte man mit einer weißen Pappe aufhellen. Oder ich ziehe ein weißes T-Shirt (oder meine Kochjacke) beim Fotografieren an, denn meisten bin ich ziemlich nah dran am Teller. Da der auf die Kamera montierte Blitz unter das Regal gehen soll, hat sich das 18-55 mm Standardzoom an der Nikon D50 nach langem hin und her als die praktischste Lösung für 95% aller Aufnahmen erwiesen. Man könnte auch den eingebauten Kamerablitz als Auslöser nehmen, dann auf die schwächste Stufe eingestellt. Dennoch, es gäbe kleine Reflexe vom direkten Licht und es fehlte das Oberlicht vom aufgesteckten “Regalblitz”. Noch besser wäre es übrigens, wenn die weiße Fläche des Regalunterbodens etwas breiter wäre oder eine kleine weiße Platte ließe sich zusätzlich noch nach vorn ausziehen.
Aber so reicht es doch auch schon:

oder?
Ein bisschen Bearbeitung in Photoshop ist sowieso immer nötig. Zum Beispiel den Ausschnitt korrigieren, etwas nachschärfen, die Tiefen leicht aufhellen und vielleicht die Sättigung anheben. Das alles kann man auch an der Kamera vorher einstellen, ich mache es lieber wenn ich die Bilder fürs Hochladen ins Netz komprimiere.

Die Farbtemperatur meiner Kameras ist immer auf “Blitzlicht” eingestellt. In 99% aller Fälle ist das bestens, schließlich sollen die Blitzaufnahmen neutral sein, tiefes Sonnenlicht oder Szenen, die mit Glühlampen ausgeleuchtet sind, sollen auch tatsächlich sehr warmtonig wiedergegeben werden und am Mittag das gleißende Sonnenlicht bei stahlblauem Himmel ist ja schließlich auch kaltblau.
Wer mit Glühlampen fotografiert, wählt am besten „Kunstlicht“. „Automatik“ kommt beim Essen fotografieren meist überhaupt nicht gut.

Die Blitze sind übrigens von Metz und lassen sich prima in alle Richtungen einstellen (MZ-3 oder ähnlich mit entsprechendem Sockel oder Standardfuss), bei ebay für 15, 20 Euro ersteigert,

die Fotozellen-Auslöser z.B. von Hama, ebenfalls für etwa 15, 20 Euro das Stück.

Am teuersten waren wohl die Klemmstative von Hama, aber sie sind mit ihren Kugelköpfen auch ungeheuer praktisch.
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- Posted inweiteres, dies & das























































