25.04.2009 vonFranz

Manche mögen die Nase rümpfen, für die ist eine Bildbearbeitung ihrer food-o-grafien schlicht bäh. Vom Aufhübschen und Verfälschen ist da die Rede, von übler Manipulation oder Ettikettenschwindel. Ich stimme zu: das sollte nicht sein.
Mal angenommen, die Kamera ist optimal eingestellt, das Licht perfekt und viel, viel Zeit gibt’s auch, den richtigen Abstand und besten Betrachtungswinkel zu wählen – tja, dann braucht’s wirklich keine Nachbearbeitung, denn alles ist ja schon erledigt. – Graue Theorie.
Wer, wie ich, für den Genuss und nicht fürs Foto kocht, weiß, dass die Mitesser rebellieren, wenn das köstliche Schnitzel auf dem Fototisch vergammelt. Deshalb habe ich mir meine Standard-Fotoecke geschaffen, da geht alles ratzfatz. Ich fotografiere ohne Stolperstativ und Wackelhändchen mit Blitzlicht und habe den Weissabgleich meiner Kameras auch darauf eingestellt (übrigens immer auf Blitz, auch draußen, meist auch nachts).
Was die übrigen Kamera-internen Einstellungen angeht, also im Menü für Helligkeit – Kontrast – Farbsättigung – Schärfe, wird man je nach Marke und Modell unterschiedliche Wirkungen feststellen, da hilft nur Ausprobieren. Wer seine Kamera ausschließlich in seiner Küche benutzt, kann sich dafür ein optimales Setting austüfteln. Wer dagegen stets mit den Standardeinstellungen fürs Familienbild fotografiert, sollte seine Leckerbilder nachbearbeiten. Und beim Verkleinern fürs Blogformat muss man das ja sowieso.
Ich verkleinere immer auf eine Standard-Bildbreite (450 px) und füge einen weißen Rahmen mit Schlagschatten hinzu, so „schweben“ die Bilder etwas auf meinem Bloguntergrund.
Außerdem justiere ich meist den Tonwertumfang, helle die Schatten leicht auf (weil mein Licht ohne Frontaufhellung fest eingestellt ist und immer von oben/hinten kommt), schärfe etwas nach (denn in meiner Kamera habe ich die Schärfenanhebung ausgeschaltet) und erhöhe manchmal die Farbintensität.
Seit Jahren benutze ich dazu das vom großen „Photoshop“ abgespeckte „Elements“, am liebsten in der Version 5 oder 6. Das kann alles, was ich will, ist bequem, schnell und einfach zu bedienen. Bei ebay gibt es das inzwischen für ein paar Euro. Ich habe diese Software stets günstig als Beigabe zu meinen Providerpaketen erhalten (STRATO).
Für die erste Bildauswahl genügt mir die „Windows-Bild- und Faxanzeige“ vollkommen.
Die schließlich ausgewählten Bilder lade ich dann in den Photoshop Elements Editor.
Was Photoshop Elements (hier in der Version 5) leisten kann, zeige ich an einem bewusst schlecht belichteten Bild.
Hier das Ausgangsbild:

Oups -selbst die Farbbalance war falsch eingestellt! Bei Blitz passiert mir das sonst eigentlich nicht.
In Photoshoip Elements gibt es aber ein geniales Einstellfeld zur Farbstichkorrektur – das gibt es noch nicht einmal im Flaggschiff Photoshop CS4.

Mit einer Pipette wird eine sonst neutrale, weiß oder graue Bildstelle so lange angeklickt, bis der Bildeindruck neutral ist. Bei Aufnahmen, die im Mischlicht eines Restaurants gemacht wurden, ist das meist unumgänglich.

Wer Gemüse auf bunten Tellern fotografiert, sollte ein Stück weißes Papier (oder eine Serviette) für diese Einstellung neben den Teller legen und später einfach wegschneiden.
Sieht doch schon besser aus.

Hier sind die Tiefen (Schatten) schonmal etwas aufgehellt und der endgültige Bildausschnitt ist eingestellt.

Mit der Tonwertkorrektur wurde der Weißpunkt mit dem rechten Marker an die hellsten Stellen der Aufnahme herangezogen.
Der mittleren Marker geht etwas nach links und macht das Bild insgesamt etwas heller und weicher.

Diesen etwas flauen Bildeindruck gleiche ich mit der Erhöhung von Kontrast und Helligkeit aus. Dabei überstrahlt mir eine sehr helle Stelle im Tellerrand oben rechts – was soll’s? Wichtig ist mir der Gesamteindruck: so, wie’s auf dem Teller lag.

Man könnte noch die Gelbtöne leicht verstärken, denn beim Farbstich-entfernen ging da etwas verloren.

Noch etwas nachschärfen, …

… das fertige Bild mit Ramen, Schlagschatten und Blogsignatur versehen

und alles auf die endgültige Größe verkleinern. Dabei wird die Qualität so eingestellt, dass die Datei möglichst klein wird, wichtige Details aber nicht verlieren.

Man sieht: ein bisschen mehr ist immer drin. Und so lag das ja schließlich auch auf dem Teller.
Hier nochmal das Originalfoto zum Vergleich:

Hat doch gar nicht wehgetan.
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