04.05.2008 von Franz

Fragen Sie mich nicht, warum: neulich, vor mich hindösend, musste ich an Mozzarella denken, an ein dezent säuerliches, hocharomatisches, samtiges Häufchen Büffelmozzarella, cremig weich und saftig und gerade eben durch ein zartes, feines Außenhäutchen geschützt und in Form gehalten – unschuldig, jungfräulich, begehrenswert. Damit wollte ich eine Hühnerbrust füllen, die sich in Blattwerk gebettet im Ofen langsam zu einem Akkord des Genusses verwandelt …
Gedacht, getan. Ich war jetzt hellwach, hatte einen Bärenappetit, durchsuchte den Kühlschrank, fand tatsächlich die erträumte Mozzarella und kehrte wenig später mit frisch erbeuteten Hähnchenbrustfilets in die Küche zurück. Die Spinatblätter sahen beim Händler zwar knackig frisch aus, aber die Chicoreekolben daneben versprachen feiner, subtiler in “meinem Akkord” zu klingen. Außerdem geistert ein nicht löschbares Chicoree-Bild in meinem Kopf: in seiner „Philosophie der großen Küche“ rollt Jean Claude Bourgueil Gemüsestreifen in ein Kleid von braisiertem Chicoree, so zart, so saftig gelb, so unvergesslich. Schon einmal war ich kläglich an der Zubereitung gescheitert. Aber jetzt, bei dieser Rezeptidee, schien mir der Zeitpunkt gerade recht für einen weiteren Versuch.
========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Hähnchenbrust mit Mozzarella in Chicoree
Kategorien: Geflügel
Menge: 2 Personen
Zutaten:
1 Hähnchenbrust (zwei Filets)
1 Büffelmozzarella
3 Chicoree
Butter
Piment d’Espelette
Salz, Pfeffer
Quelle:
– Erfasst *RK* 03.05.2008 von
– http://www.einfachkoestlich.com
Zubereitung:
Hähnchenbrust säubern, alles Störende wegschneiden. Die kleinen Filetlappen entfernen und beiseite legen. Mit einem Filetiermesser vom dicken, vorderen Teil der Filethälften jeweils eine Tasche ins Fleisch schneiden. Vorsichtig darauf achten, dass der Schnitt nicht zu weit durch die Filetspitze geht oder die Klinge an den Seiten austritt. Etwas Salz und geschroteten Pfeffer in die Taschen geben und mit weicher Mozzarella füllen, evtl. mit dem Stiel eines Kochlöffeln nachstopfen, bis die Taschen prall gefüllt sind.

Chicoree in einzelne Blätter lösen, indem man ihn unten Zentimeter für Zentimeter einkürzt, bis alle Blätter abgefallen sind. Die Blätter in stark gesalzenem Wasser, dem zur Farbstabilisierung auch etwas Zitronensaft zugefügt wurde, für knapp 2 min. blanchieren und sofort in Eiswasser abkühlen. Die jetzt weichen Chicoreeblätter nebeneinander auf ein Handtuch legen und leicht trocken pressen.

Ein Stück Alufolie mit flüssiger Butter bepinseln. Je 14 der Chicoreeblätter werden darauf mit den Spitzen zueinander leicht überlappend ausgelegt und ebenfalls mit Butter leicht bepinselt.

Je ein Geflügelbrustpäckchen mittig darauf platzieren, nachdem man es ebenfalls gebuttert hat und mit Piment d’Espelette, Salz und Pfeffer gewürzt. Das dünne Filetende dabei etwas nach innen einschlagen.

Die Chicoreeblätter nun zunächst seitlich, dann mit Hilfe der Alufolie auch längs über das Fleisch legen, die Folienpäckchen nicht locker, aber auch nicht stramm verschließen, weil sich im Inneren viel Feuchtigkeit vom Chicoree und von der Mozzarella ansammeln wird.

Die Alupäckchen auf einem Blech im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad C Umluft für 20 bis 25 min. braten, dann 10 min an einem warmen Ort nachziehen lassen.
Ein Thermometer mit Fühler zum Einstechen ist hier sehr hilfreich: Die Kerntemperatur der Hühnerbrüste soll etwa 75 -77 Grad C betragen, 80 Grad aber keinesfalls übersteigen. Liest man 73 Grad auf der Skala ab, müssen die Päckchen unverzüglich aus dem Ofen, weil die Temperatur im Inneren noch leicht ansteigen wird. Vorsicht: das geht am Ende dann sehr schnell, etwa +1 Grad pro 30 sec.!
Sicherer ist es, bei niedrigerer Temperatur zu garen, aber wir hatten eben großen Appetit.
Die Alupäckchen an den Enden öffnen und die Flüssigkeit abschütten, dann ganz öffnen, die Päckchen vorsichtig drehen, abtropfen lassen und auf gewärmte Teller heben.
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Die Chicoreeblätter habe ich anders vorbereitet, als in der “Philosophie” empfohlen. Aber ich finde, mein Versuch kann sich jetzt gut sehen lassen.
Bourgueil reicht zu seinem braisierten Chicoree ein Honigcoulis aus Chardonnay, Ingwer, Akazienhonig, Salz und Pfeffer. Im Grunde reichen auch ein paar Tropfen der sirupartig eingekochten Sauce, denn die Hähnchenbrust im Chicoree ist äußerst saftig.

Zusätzlich wollte ich noch eine Art Hähnchen-Bolognese als Beilage kochen. Zum Glück hatte ich noch ein paar Fleischabschnitte und die kleinen Filetstückchen beiseite stehen. Daraus sollte nun der Sugo werden, den ich auch als Pastasauce nur empfehlen kann. Man bereite ihn bevor die Hähnchenbrust in den Ofen kommt, denn wie alle guten Schmorsaucen braucht er einige Zeit.
========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Hähnchen-Sugo
Kategorien: Saucen, Pastasaucen
Menge: 2 Portionen
Zutaten:
80 g Hähnchenbrust (Abschnitte, kleine Filets)
1 mittelgroße weiße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stück frischer Ingwer (ca. 2 cm)
1 kleine Möhre
1/3 Stange Bleichsellerie
2 Flaschentomaten
Marsalawein
Weißwein
1 EL weißer Balsamico
1/3 Vanilleschote
Salz, Pfeffer
4 EL Creme fraiche
Butter
Olivenöl
Quelle:
– Erfasst *RK* 03.05.2008 von
– http://www.einfachkoestlich.com
Zubereitung:
Gemüse putzen und fein würfeln.
Hähnchenbrustfleisch fein würfeln und in Butter und Olivenöl anbraten bis es leicht Farbe nimmt. Zwiebelwürfel zufügen und weiterbraten bis sie etwas Farbe nehmen, dann Ingwer- und Knoblauchwürfelchen mitbraten, als nächstes Möhren- und Bleichselleriewürfel und schließlich die Würfel der enthäuteten und entkernten Tomaten.
Alles gut durchschwitzen, dann ablöschen mit einem sehr guten Schuss Marsala, einkochen lassen, 1 EL weißen Balsamico und einen Schuss trockenen Weißwein zugießen, wieder etwas einkochen lassen. Schließlich die Creme fraiche einrühren, etwas Pfeffer und das aufgeschnittene Stück Vanilleschote, einen Deckel auflegen und auf kleinster Flamme etwa 1 Std. simmern lassen, ab und zu umrühren und evtl. etwas Weißwein oder Marsala nachgießen.
Die Vanilleschote entfernen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, warmhalten bis um Servieren
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Beim Abschmecken des Sugos hatte ich das Gefühl, noch nie so eine komplexe Sauce gekocht zu haben. Die Kombination mit Ingwer, Vanille, Marsala ist schlichtweg unbeschreiblich köstlich.
Etwas enttäuscht war ich, dass die Mozzarella sich im Inneren des Hähnchenfilets beinahe vollständig aufgelöst hatte. Beim nächsten mal werde ich es wohl mit einer sanften Käsemischung probieren.
Reste des Sugos kamen schließlich am folgenden Tag über ein paar Ravioli, gefüllt mit dem Rest der Büffelmozzarella, einem halben Bund Basilikum und den restlichen getrockneten Olivenstückchen von der Kartoffelcreme - Resteessen eben. Aber einfach köstlich.
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